ASTROMIND

Sylvia Grotsch Diplom-Psychologin
Praxis & Schule für Astrologie in Berlin Tel.: +49 (30) 873 10 98 - www.astromind.de

Wann hört das endlich auf? Was die Astrologie in einer Krise für Sie tun kann

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von Sylvia Grotsch (Kommentare: 1)

Am Ohr habe ich eine junge Frau, die sich für ein Vorgespräch angemeldet hat. Sie sagt, sie hält es in ihrer Beziehung nicht länger aus und sie wolle wissen, wann das endlich vorbei ist. „Was vorbei?“ frage ich sie. „Das ewige Hin und Her“. Mal denkt sie, sie bleibt bei ihrem Partner, am nächsten Tag will sie nur noch gehen.

Auch ihr Partner scheint keine klare Entscheidung treffen zu können. Er weiß auch nicht, ob er noch mit ihr zusammen bleiben will oder sich trennen soll. Das geht jetzt bereits einige Monate so, Gespräche, die durchaus gut beginnen, enden dann doch wieder im einen Streit und gegenseitigen Vorwürfen.

Steht es in den Sternen?

Von mir möchte die Anruferin wissen, wie das Ganze ausgeht und vor allen Dingen wann endlich die Unentschiedenheit auf beiden Seiten vorbei ist. Sie will wissen, „was die Sterne sagen“, ob sie bleiben soll oder ob eine Trennung besser wäre.

Dass mir diese Frage überhaupt gestellt wird, hängt mit der allgemeinen Auffassung über Astrologie zusammen, dass die Sterne „sagen“, wie eine Situation ausgeht. Leider ist das ein Irrtum, der nur schwer aus der Welt zu schaffen ist, weil er immer weiter durch das Astrologiegeschwurbel im Internet genährt wird („Wollen Sie wissen, was Ihnen die Sterne im Jahr 2016 bringen? Wollen Sie wissen, ob Sie Karriere machen oder endlich Ihren Traumpartner finden?“).

Verstehen, worum es in einer Krise geht

Was ich als Astrologin in einer solchen Situation tun kann ist, einen Einblick in den Entwicklungsprozess zu geben, der gerade für jemanden ansteht. Dabei sieht man natürlich auch, wann dieser Prozess zu Ende ist - viel wichtiger aber ist, zu verstehen, was eine Krise sagen soll.

Dazu nehme ich das persönliche Horoskop und untersuche die aktuellen Planetenbewegungen. Ich sehe dabei, welche Häuser und Planeten im individuellen Horoskop gerade „aktiviert“ werden und was diese Aktivierung zu sagen hat. In der Fachsprache heißt das, dass ich eine „Prognose“ ausarbeite (ja, ich weiß, das Wort ist missverständlich. Es erweckt den Eindruck, sagen zu können, wo genau eine Situation sich hin entwickelt. Da der Begriff sich in der Astrologie aber eingebürgert hat, behalte ich ihn bei).

Wie nicht anders zu erwarten, war der „Partnerschaftsbereich“ meiner Anruferin aktiviert. Für die Astrologiebewanderten unter Ihnen: Die Venus und zwei weitere Planeten im Steinbock im siebten Horoskopfeld wurden durch den laufenden Pluto transitiert.

Wenn Pluto das Unterste nach oben holt

Meine Aufgabe in einer Beratung wäre nun, zu dolmetschen, was dieser Transit für das konkrete Leben meiner Klientin bedeutet. So etwas geht natürlich nicht in fünf Minuten, in der Regel braucht man dafür schon eine Stunde und mehr. Hier also nur kurzgefasst einige Punkte, die in einer Beratung zur Sprache kommen könnten:

  • Es ist an der Zeit, dass in Beziehungen (nicht nur zu Ihrem Mann), sondern auch zu anderen Menschen, mit denen Sie in regelmäßigem Kontakt steht) bislang nicht angesprochene Probleme und alte, schwelende Konflikte auf den Tisch kommen. Dadurch besteht die Chance, dass Ihre Beziehung auf einer neuen Ebene fortgeführt wird, wenn es Ihnen beiden gelingt, diese Konflikte zu klären. Oder aber die Beziehung wird beendet, wenn mit der Zeit deutlich wird, dass sie keine tragfähige Basis mehr hat.

  • Im Augenblick tauchen unbewusste Gefühle und Zurückweisungserlebnisse aus der Vergangenheit, insbesondere aus der Kindheit, wieder auf. Sie haben jetzt die Chance, sich von diesen Altlasten zu befreien, um nicht in Ihrer Beziehung immer wieder das Drama Ihrer Kindheit zu wiederholen.

  • Sie werden jetzt wahrscheinlich erleben, dass andere Menschen Ihnen nicht geben können (oder wollen), was Sie brauchen. Ziehen Sie aber auch selber eine Grenze, wenn andere im Gegenzug genau das von Ihnen verlangen. Jetzt besteht eine gute Möglichkeit zu lernen, dass Ihr Wohlergehen alleine von Ihnen abhängt und dass Sie im Umkehrschluss auch nicht für das Wohlergehen anderer zuständig sind.

  • Lassen Sie los, wenn Sie spüren, dass jemand mehr Distanz zu Ihnen will (was nicht zwangsläufig „Trennung“ heißen muss), und bearbeiten Sie die dadurch aufkommenden Gefühle von Einsamkeit. Dadurch können sich in ihrem Leben neue Dinge entwickeln, die Sie vorher nicht im Blick hatten.

  • Sie haben jetzt die Chance, eine tiefgreifende persönliche Wandlung zu durchlaufen. Sie können unabhängiger von anderen werden, indem Sie sich um sich selbst und ihre Bedürfnisse kümmern. Dadurch entsteht auch die Möglichkeit, dass Ihre Beziehung sich positiv wandelt und in neuer Form fortgesetzt wird.

Bei einem Transit auf die Venus im Steinbock im siebten Haus kommt es häufig zu Krisen in einer Beziehung. Natürlich kann man an diesem Punkt eine Beziehung sofort beenden, aber nicht immer ist das für jemanden die beste Entscheidung. Denn wenn eine Krise bewusst durchlaufen wird, wird einem von innen her klar, was man wirklich will: bleiben oder gehen. Dann ist das aber eine Entscheidung, die steht und bei der man sich nicht täglich neu fragt, was man tun soll.

Alles kann gut werden

Wie so ein Prozess ausgehen kann, erzählte mir neulich eine Frau, die sich selber gut mit Astrologie auskennt und genau den oben geschilderten Pluto-Transit über ihre Venus hatte. Statt weiter zu streiten, beschloss sie, sich ihrer zu dem Zeitpunkt offenbar „gescheiterten“ Ehe zu stellen. Ihr Mann und sie gingen beide zunächst in getrennte Therapien, dann folgten gemeinsame Sitzungen. Die beiden sind bis heute zusammen.

Wir sprachen darüber, wie sehr ihr in dieser Situation ihr astrologisches Wissen geholfen hat, zu verstehen, was abläuft. Sie sagte aber auch: „Auch wenn es anders gelaufen wäre und wir uns getrennt hätten, wäre es auch gut gewesen. Ich habe durch diese Krise die vielleicht größte Entwicklung meines Lebens gemacht, weil ich mir bewusster über meine Bedürfnisse geworden bin und seither darauf achte, dass es mir gut geht. Mein Mann ist nicht verantwortlich für mein Wohlbefinden, und ich habe auch damit aufgehört, mich für ihn verantwortlich zu fühlen."

Wenn wir also fragen, was eine Krise zu sagen hat, bekommen wir wieder das Ruder in die Hand, statt uns zum Opfer irgendwelcher Schicksalsmächte zu machen, die angeblich darüber bestimmen, wie es in unserem Leben weitergeht.

Dieser Artikel wurde am 14.03.2016 von Sylvia Grotsch veröffentlicht und befindet sich in den Kategorien:

Sylvia Grotsch. Ich bin Diplom-Psychologin, Astrologin und Coach. Seit 1984 unterstütze ich Menschen mit astrologischen Beratungen und Kursen bei der Entdeckung ihres Potenzials für ein erfülltes und erfolgreiches Leben. Hier finden Sie ausführliche Informationen zu meinen astrologischen Beratungen.

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Kommentare

Kommentar von Claudia Baro |

Liebe Sylvia,
sind denn Pluto-Venus Sextile und Trigone thematisch gleich, aber leichter in der Handhabung? Sind es die konjunktionen, quadrate, oppositionen, die es so zäh und schwierig machen?
Lieben Gruß
Claudia

Antwort von Sylvia Grotsch

Hallo Claudia,

da muss ich antworten, wie ein Rechtsanwalt:-) = Das kommt darauf an.

Ein Pluto-Sextil zu Venus KANN sehr viel leichter verlaufen, als ein Quadrat. ABER: Wenn andere, zusätzliche Stress-Transite stattfinden (z. B. ein Quadrat von Saturn auf einen Planeten im 7. Haus), dann kann sich ein harmloses Sextil von Pluto auf auswirken, als sei es ein Quadrat. 

Außerdem kommt es auf den Betreffenden an. Jemand kann ein Pluto-Transit auf Venus durchaus als heftig empfinden ... jemand anders nimmt es leichter. Wichtig ist, dass auch bei den harmonischen Aspekten eine Wandlung im Beziehungsbereich stattfindet.

Herzlich

Sylvia

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