ASTROMIND

Sylvia Grotsch Diplom-Psychologin
Praxis & Schule für Astrologie in Berlin Tel.: +49 (30) 873 10 98 - www.astromind.de

Spot an! Zeitumstellung und was ein Jurist daraus macht:-)

Fotoquelle: Markus Gann/ 123rf.com

von Sylvia Grotsch

Nach mehr als dreißig Jahren bin ich in Sachen Astrologie eigentlich durch nichts mehr zu verunsichern. Ich kenne alle Vorurteile gegen unsere Kunst und auch, wie ich darauf reagieren muss. Aber neulich hat ein Jurist es tatsächlich doch geschafft, mich ins Rödeln zu bringen.

Am 28.10.2012 kam um 19:30 Uhr im RBB Fernsehen eine Sendung zum Thema Zeitumstellung.

Unter anderem wurde die Frage gestellt, ob ein Bauer Schadensersatz verlangen kann, wenn seine Kühe wegen der Umstellung von Sommer- auf Winterzeit so gestresst sind, dass sie weniger Milch geben. Nein, kann er natürlich nicht. Schließlich liegt staatliches Handeln vor! So der Kommentar des Juristen.

Und dann kam´s: Was aber, wenn eine Mutter um 2:10 Uhr ein Kind bekommt und ein professionelles Geburtshoroskop erstellen lässt?

Der Jurist klärt auf, dass das ein klassischer Fall einer fehlerhaften Leistung sei. Denn das Horoskop müsse ja auf eine bestimmte Zeit erstellt werden. Wenn diese Zeit aber nicht eindeutig feststellbar wäre, weil es sie in der fraglichen Nacht gleich zweimal gäbe, und das Horoskop nicht ausweist, für welche Stunde es gilt, dann sei das Horoskop mangelhaft.

Ergo: Rückgabe möglich, dank der Zeitumstellung. Sagte der Moderator.

Hat der Jurist etwa Recht? Wenn ja, warum? Wenn nein, warum nicht? Und, gell, einem Juristen kommt man nur mit wirklich wasserdichten und gerichtlich verwertbaren Argumenten bei ...

Ich freue mich auf Eure Antworten! Ich lass erstmal ein paar Antworten zusammenkommen, eh ich mich rühre:-).

Dieser Beitrag wurde auf der alten Webseite veröffentlicht. Die damals gegebenen Antworten wurden hier reinkopiert:

Kommentar von Barbara Steldinger | 28.11.2012

Liebe Sylvia,

das habe ich mich auch schon gefragt, denn die Zeitumstelllung ist ja schließlich menschengemacht und "willkürlich" festgelegt. Ich dachte mir, dass die Horoskope deshalb eigentlich nach der "normalen" Zeit berechnet werden müssten. Oder irre ich mich da?
 liebe Grüße Barbara

Kommentar von Michaela Born | 28.11.2012

Liebe Sylvia Grotsch,
das Geburtsdatum ist von demjenigen sicher anzugeben, der ein Horoskop haben möchte. Nur aufgrund der angebenen Daten wird das Horoskop erstellt, also dürfte auch in diesem Fall keine Rechtsprechung auf Rückgabe lauten. Das finde ich sehr unlogisch. Schließlich wird ja ein Horoskop erstellt und keine Hellsichtigkeit verlangt.
Abgesehen davon gibt es ja auch mit einem eindeutigen Geburtsdatum manchmal Grenzfälle, wie bei meinem Sohn, der beim Aszendenten genau auf dem Übergang zwischen zwei Sternzeichen sitzt.
Ich bin gespannt, wie das weiter geht mit der deutschen Rechtsprechung.
Herzliche Grüße
Michaela Born

Kommentar von Barbara | 28.11.2012

So´n Schmarrn, sagt man bei uns in Bayern! Also, ich spür intuitiv, dass der Jruist sowas von daneben liegt .... aber glaubst du, ich könnte es in Worte packen? Ich denk nochmal drüber nach, um eine gerichtlich verwertbare Aussage zu machen:-).

Find deinen Newsletter toll! Danke!

Barara, die zweite

Kommentar von Sabine | 28.11.2012

Zu der Juristen-Frage, die doch eigentlich ganz einfach ist und nur
zeigt, dass der gute Mann sich nicht auskennt: Wenn ein Kind um 2.10 h
VOR der Zeitumstellung zur Welt kommt, wird das Horoskop auf der Basis
der Sommerzeit berechnet (-1 h? Ich bin hier im Büro nicht sicher über
den Abstand zur GMT), wenn es NACH der Zeitumstellung (um 3 h werden am Ende der Sommerzeit die Uhren auf 2 h zurückgestellt) um 2.10 h geboren wird, gilt die Normalzeit. 

Es entstehen zwei ganz unterschiedliche Horoskope, bei denen wahrscheinlich die Aszendenten in unterschiedlichen Zeichen (oder zumindest im selben Zeichen weit auseinander) liegen, wodurch die Hauseinteilung unterschiedlich ist, die Planeten in andere Häuser fallen etc. etc. - Nichts mit Zurückgeben, gell?

Liebe Sylvia, nochmals vielen Dank für deine schönen Newsletter.

Sabine

Kommentar von Jaana | 28.11.2012

Liebe Sylvia,

meine Meinung nach im tatsächlichen Verhältinis zu GMT berechnen, wie Sabine es oben geschrieben hat, wäre richtig.

Liebe Grüße
Jaana

Kommentar von Sylvia Grotsch | 28.11.2012

Jaaaaaaaaaaaaaa, Ihr seid alle auf dem richtigen Dampfer. Trotzdem muss ich ein bissl "jungfräulich-nervig" nachhaken (früher hätte man uns wegen sowas glatt auf den Scheiterhaufen geworfen!):

WIE komme ich denn zur richtigen GMT, wenn mir die Mutter sagt: 2:10 Uhr? Und was könnte ich auf ihre Frage im nachhinein: "Stimmt denn das Horoskop jetzt überhaupt" antworten?

Sylvia

Kommentar von Michael Langer | 28.11.2012

Hallo Sylvia,
Michael findet die Argumentation von Michaela logisch und schlüssig, - die Astrologen sind nunmal in den meisten Fällen im Kreißsaal nicht dabei.
Auch sonst liegt es in der Hand des Klienten sich um die "richtigen" Daten zu kümmern.

Schöne Grüsse,
Michael

Kommentar von Sylvia Grotsch | 28.11.2012

Hallo Michael,

*lach*, nein meist sind wir nicht dabei.

Und ja, es stimmt: DER/DIE KUNDE/KUNDIN ist für die Übergabe der richtigen Geburtzseit verantwortlich.

Nun war eine Mutter bei ihrer Geburt unter Umständen mit wirklich was anderem befasst, als mit der Uhrzeit.

Nun sagt mir die Mutter aber: Ich weiß genau, es war um 2:10 Uhr. Doch welche 2:10Uhr? Wie kriegen wir raus, welche 2:10 Uhr es waren???

Entschuldigt, dass ich so penetrant "doof" frage - es geht um Leben und Tod (s. Scheiterhaufen!)

Gleich haben wir es:-)!

Sylvia

Kommentar von andrea | 28.11.2012

Wird nicht jedes Horoskop auf Universalzeit umgerechnet - und das Problem stellt sich somit gar nicht? (so habe ich es damals im Grundkurs verstanden...)
Vielen Dank fuer den immer wieder interessanten Newsletter und liebe Gruesse|

Kommentar von Sylvia Grotsch | 28.11.2012

Hallo Andrea! Liebe Grüße:-). Und ja, du hast das natürlich völlig richtig bei mir gelernt (wo kämen wir denn da hin!). Das Horoskop wird auf GMT (=Universalzeit) gerechnet.

Doch wie weiß ich, ob die Universalzeit am 28.10. für 2:10 Uhr = 0.!0 Uhr ist oder 1:10 Uhr?? Die Mutter sagt nur: "Mein Kind ist am 28.10. um 2:10 Uhr geboren".

Wie findet man die "richtige" Universalzeit?

Die Antwort ist ganz nah! Wo habt Ihr denn Eure Geburtszeit her? Klar, manchmal von der Mutter - aber wisst ja, dass ich das niemandem durchgehen lasse:-).

Sylvia

Kommentar von Claudia Wieser | 28.11.2012

Liebe Sylvia,

naja, völlig chinesisch pragmatisch wende ich die Akupunktur nach der "Sonnenuhr" an. Und der ist es ja völlig egal, was wir Menschlein da an den Uhren drehen und wie wir welche Zeiten benennen. Mittag ist halt höchster Sonnenstand und Punktum. Da kann man gerne 13:00 Uhr dazu sagen, allerdings wird sich die Sonne nicht danach richten. Ich denke in der Astrologie wird es nicht anders sein. Man weiß ja seit wann es zur Einführung der Sommerzeit kam, und es ist ein leichtes herauszufinden wann sie im jeweiligen Jahr geendet hat. Und da Astrologen ja nach Planeten schauen werden die Berechnungen wahrscheinlich ähnlich ablaufen wie bei mir in der chinesischen Medizin.
Standesamt wegen genauer Geburtszeit, dann Tabelle schauen wenn der Termin in den Sommermonaten liegt und schon ist der Fall geritzt... Sehe ich das falsch???
Lieben Gruß nach Berlin liebe Sylvia
Claudia

Kommentar von Michael Langer | 29.11.2012

Also ich glaube , Sylvia möchte uns das Standesamt nahelegen: vielleicht müssen die ja in der "kritischen" Stunde aus behördlicher Sorgfaltspflicht nachfragen?

Dein newsletter gefällt mir, Sylvia

Schöne Grüsse

Kommentar von Sylvia Grotsch | 29.11.2012

Ich lach mich grad schlapp, Michael und seh die Standesbeamten zum Hörer greifen:-)). Aus behördlicher Pflicht ... *lach*.

Aber im Ernst, das Wort "Standesamt", das Claudia in die Runde geworfen hat, legt die heiße Spur. Ehrlich, ihr seid kurz vorm Ziel.

LG Sylvia

Kommentar von Michael Langer | 29.11.2012

Vielleicht gibt es ja nur deshalb eine Geburtsurkunde, weil sie die Rechtsgrundlage darstellt: dann sind die Astrologen fein raus. (zumindest juristisch)

Kommentar von Sylvia Grotsch | 29.11.2012

Köstlich, Michael, die Geburtsurkunde wurde REIN FÜR UNS ASTROLOGEN erfunden, damit wir aus dem Schneider sind:-).

Aber im Ernst: Das ist doch des Rätsels Lösung. Aber wieso? Was ist jetzt mit den 2:10 Uhr????

Sylvia

Kommentar von Claudia Wieser | 29.11.2012

Ich bin ja da immer noch fürs Standesamt. Nachdem es ja 2:10 Uhr in dieser Nacht doppelt gab, eine in den Wehen liegende Mutter sicherlich an etwas anderes denkt als an Zeitumstellung, wird es wahrscheinlich einen eindeutigen offiziellen Schlüssel geben, ob es 2:10 Uhr *1 oder 2:10 Uhr *2 war. Wäre ja ein Wunder, wenn das in unserem Land nicht beamtentechnisch geregelt wird.
Lieben Gruß aus Bayreuth nach Berlin
Claudia

Kommentar von judit | 29.11.2012

Liebe Sylvia,

wir sind in Deutschland! Der Jurist muss aus Italien sein - oder ein anderes Land mit einer Reputation für Chaos *grins*

Hier bei uns gibt es mit Sicherheit eine Verfahrensvorschrift/Anweisung bezüglich der doppelten Zweiuhrstunde bei der Zeitumstellung - und die wird brav eingetragen in die Geburtsurkunde.

Vermutlich existiert sogar eine DIN Norm für die Stundenbenennung unter Voraussetzung einer soeben stattfindenden Zeitumstellung.

Falls nicht, ist natürlich der Gynäkologe regresspflichtig!

Auch ich - danke dir für den feinen newsletter!

liebe Grüße
Judit

Kommentar von Sylvia Grotsch | 29.11.2012

HAHAHAHA ... you made my day (hier ist es grau und regnet ganz fürchterlich)! Jawoll, wir machen den Gynäkologen regresspflichtig:-).

Genau, jetzt habt Ihr die politisch korrekte Antwort: Das steht auf der Geburtsurkunde!!! Dank der deutschen Bürokratie ist jede Geburtszeit klar definiert.

Und hier meine Rede, die ich für´s Gericht formuliert habe, um meine Mandantin rauszupauken:

Hohes Gericht,

1) für die Übergabe der richtigen Geburtszeitangabe an den Astrologen ist der Kunde/die Kundin verantwortlich.

2) Er/sie findet die richtige Angabe auf der Geburtsurkunde. Ist jemand um 2:10 Uhr Sommerzeit geboren, ist auf der Urkunde 2:10 MEZ/S vermerkt, ist jemand um 2:10 Uhr Winterzeit geboren, steht auf der Urkunde 2:10 Uhr MEZ.

3) Sommer-, bzw. Winterzeit einer Geburt zu notieren ist Pflicht der Krankenhäuser bzw. Hebammen. Die Zeit-Angabe wird ans Standsamt weitergeleitet, das diese wiederum in die Urkunde einträgt. Damit ist jede Geburt klar definiert, wann genau sie stattgefunden hat.

4) Ein Horoskop ist also immer RICHTIG berechnet, weil es die Angabe auf der Geburtsurkunde zugrunde legt. Jeder professionell arbeitende Astrologe fordert von seinen Kunden/Kundinnen IMMER die standesamtliche Zeit an. Wenn er das nicht tut, handelt er fahrlässig.

5) Das vom Astrologen erstellte Horoskopformular weist aus, ob es auf Sommer- oder Winterzeit berechnet wurde. Gleich, ob per Hand oder per Computer. So hat der Kunde/die Kundin die Kontrolle, ob das Horoskop auf die richtige Zeit berechnet wurde.

6) Ergo: Astrologen berechnen Horoskope auch beim Wechsel von der Sommer- auf die Winterzeit richtig. Die gegnerische Seite erhält den bezahlten Betrag nicht zurück.

Euer Ehren, ich pädiere für Freispruch.

Kommentar von Susanne R. | 29.11.2012

Viiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiielen Dank, Sylvia, dass du das noch mal so zusammengefasst hast!!!!

Ich hab die Sendung nämlich gesehen. Und was sagt mein Mann: Da sieht man mal wieder, diese Astrologen (und das hat er nicht nett gemeint). Das kriegt er heute von mir auf den Tisch!

Viele Grüße und danke immer für deine Post
von
Susanne

Kommentar von Sylvia Grotsch | 29.11.2012

Hallo Susanne! Dann bin ich mal gespannt, wie er reagiert :-)

Liebe Grüße
Sylvia

- Ende der Kommentare -

Dieser Artikel wurde am 28.11.2012 von Sylvia Grotsch veröffentlicht und befindet sich in den Kategorien:

Sylvia Grotsch. Ich bin Diplom-Psychologin, Astrologin und Coach. Seit 1984 unterstütze ich Menschen mit astrologischen Beratungen und Kursen bei der Entdeckung ihres Potenzials für ein erfülltes und erfolgreiches Leben. Hier finden Sie ausführliche Informationen zu meinen astrologischen Beratungen.

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