ASTROMIND

Sylvia Grotsch Diplom-Psychologin
Praxis & Schule für Astrologie in Berlin Tel.: +49 (30) 873 10 98 - www.astromind.de

„Soll ich jetzt ein Kind kriegen?“ und andere heftige Entscheidungen

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von Sylvia Grotsch (Kommentare: 0)

Manchmal ist es echt beknackt: Wir müssen (oder wollen) eine Entscheidung fällen, aber so sehr wir auch nachdenken, wir kommen einfach zu keinem Ergebnis. Wir drehen uns im Kreis, stellen uns immer wieder die gleichen Fragen, wägen Alternativen gegeneinander ab - aber bei keiner machts wirklich „klick“.

Es gibt nicht wenige Menschen, die sich mit Entscheidungen schwer tun. So wie meine Klientin, Mitte Dreißig. Sie ist zu mir gekommen, weil sie wissen will, ob sie jetzt ein Kind bekommen soll (ehe es zu spät ist) und ob der Mann, mit dem sie zusammen ist, dafür auch der richtige ist.

Warum sich viele nur schwer entscheiden können

Sich nur schwer entscheiden können hängt, wie so fast alles, mit unserer Kindheit zusammen. Die Ursachen dafür sind vielfältig: vielleicht wurden uns mehr oder minder alle Entscheidungen abgenommen und durch Vorschriften ersetzt; vielleicht sind wir im Bewusstsein groß geworden, immer alles „richtig“ machen zu müssen; vielleicht waren unser Eltern selbst ängstlich, wenn es darum ging, eine Entscheidung zu treffen. Vielleicht gibt es aber auch Entscheidungen im Leben, die wir im Nachhinein zutiefst bereuen und die wir uns - bewusst oder unbewusst - bis heute nicht verzeihen können.

Für mich ist es also absolut nachvollziehbar, wenn man sich dann in seiner „Not“ eines Tages nach außen wendet, zum Beispiel auch an eine Astrologin. Vielleicht kann die einem ja sagen, was die richtige Entscheidung ist?

Diese Hoffnung trügt. Denn wir zeigen am persönlichen Horoskop, welche ENTWICKLUNGEN anstehen, wir sagen nie, wofür sich ein Mensch entscheiden soll. Schon gar nicht würde ich sagen: „Ja, werd´ jetzt schwanger, sonst ist es zu spät“ oder gar: „Der Mann ist nix für dich, verlass den, die große Liebe kommt in zwei Jahren“.

Und wie finde ich eine Lösung für mein Problem?

  • Als Erstes müssen wir uns der unbequemen Wahrheit stellen, dass uns niemand, wirklich niemand eine Entscheidung abnehmen kann. Es gehört einfach zum Erwachsensein dazu, dass wir unsere eigenen Antworten finden müssen - vor allen Dingen dann, wenn früher unsere Eltern es immer besser gewusst haben, was für angeblich gut für uns ist.
  • Natürlich dürfen wir uns mit anderen über anstehende Entscheidungen austauschen, denn oft können wir in einem guten Gespräch zu einer Einsicht kommen, die wir vorher noch nicht hatten. Aber wir sollten uns auch bewusst sein, dass Meinungen anderer („jetzt wird es aber langsam Zeit, dass du ein Kind kriegst“), nichts anderes als Gedanken sind, die für unser Gegenüber stimmen - nicht unbedingt aber für uns.
  • Das was für uns stimmt, liegt immer - ich verspreche es Ihnen - immer in uns selbst! Wir alle haben einen inneren Seismographen, der uns zeigt, wo es lang geht und es geht darum, diesen inneren Seismographen wieder stärker wahrzunehmen. Manche Menschen können das alleine, einfach indem sie bei einem Gedanken auf ihr inneres Gefühl achten. Vielen „Entscheidungsschwächlingen“ tut aber eine Unterstützung gut, die ihnen hilft, ihren inneren Kompass wieder stärker zu spüren.

Die richtige Antwort liegt manchmal woanders

Ich frage also meine Klientin, wie es sich für sie anfühlen würde, ein Kind zu haben. Es ist richtig schön zu sehen, wie sich bei dieser Frage ihr Gesicht entspannt, Ihre Augen strahlen und sie anfängt zu lächeln.

„Und wie ist es, jetzt und mit diesem Mann ein Kind zu haben?“ frage ich weiter. Die senkrechten Falten auf der Stirn werden stärker, sie seufzt. Auf meine weitere Frage, ob sie denn daran denkt, ihren Partner zu verlassen, verschließt sich ihre Mimik noch mehr. Nein, so genau wisse sie das einfach nicht.

Das alles melde ich meiner Klientin zurück und sie fühlt sich in ihrem Dilemma verstanden: Kind grundsätzlich ja, aber vielleicht nicht jetzt, weil sie sich nicht klar ist, ob sie überhaupt mit ihrem Partner auf Dauer zusammenbleiben will.

Wir schweigen beide. Das Gespräch scheint in einer Sackgasse zu stecken.

Herausfinden, worum es gerade geht

Ich schaue ins Horoskop meiner Klientin, um zu sehen, was überhaupt für sie ansteht. Sie hat in ihrem Arbeits- und Berufsbereich mehrere wichtige „Transite“ (Transite sind Planeten am Himmel, die aktuell das eigene Horoskop auf bestimmte Weise berühren), die zeigen, dass es an der Zeit ist, berufliche Entscheidungen zu fällen.

Fast beiläufig und so, als hätte es gar nichts mit ihrem Anliegen zu tun, bitte ich meine Klientin, mir doch mal zu erzählen, wie es ihr mit ihrer derzeitigen Arbeit geht (bis dato wusste ich noch nicht, was sie beruflich macht).

Jetzt sprudelt es förmlich aus ihr heraus. Dass sie völlig fertig ist, weil sie wöchentlich im Betrieb ihres Partners bis an die fünfzig Stunden arbeitet. Abends fällt sie ins Bett, am nächsten Tag geht es weiter, und wie das bei Paaren so ist, ist natürlich auch am Wochenende nicht Schluss. Ob sie das interessiert, was sie bei ihrem Mann macht, will ich noch wissen. "Nicht sonderlich", antwortet sie leise und mit hängenden Schultern.

„Was“, frage ich Sie, „würden Sie am liebsten tun, wenn eine gute Fee käme, und Ihnen alles erlaubt, was Sie sich wünschen?“ Wieder ein tiefer Seufzer: Sie würde sich am liebsten erst mal mehr um sich selber kümmern und herausfinden wollen, wer sie eigentlich ist und was sie braucht. Sie hatte seit Jahren kaum Zeit für sich, weil sie vollkommen in die Probleme ihres Partners verwickelt war. Ein Kind würde ihr - so hoffte sie jedenfalls - die „Berechtigung“ geben, von ihrem Mann zu fordern, an ihrer Stelle jemand anderen einzustellen.

Es gibt mehr Möglichkeiten als ein Ja oder Nein

Die Kunst meiner Beratungen liegt oft darin, mit Blick auf das Horoskop die richtigen Fragen zu stellen. Zumindest war für meine Klientin damit die Frage nach dem Kind plötzlich an die zweite Stelle gerutscht, und wir unterhielten uns für den Rest der Sitzung über Ihre beruflichen Wünsche und welche Richtung ihr Horoskop anzeigt.

Drei Jahre später erhalte ich eine Mail. Meine Klientin hat nach einer längeren Auszeit wegen Burnout und einer ärztlich verordneten Kur in einer anderen Firma einen zwanzig-Stunden-Job angenommen. Endlich hat sie wieder eine Arbeit, die von ihr genau das verlangt, was sie am liebsten macht. In ihrer Freizeit geht sie wieder Hobbies von früher nach, gleichzeitig macht sie einen Fernlehrgang, um ihre alte Liebe zum Schreiben zu reaktivieren.

All das war nicht leicht durchzusetzen. Ihr Mann tat sich verständlicherweise schwer damit, dass seine Frau die alte Rolle nicht mehr ausfüllen wollte. Die Beziehung stand daher zeitweilig sehr auf der Kippe. Aber die beiden haben mithilfe einer Paarberatung gelernt, sich über ihre unterschiedlichen Bedürfnisse zu verständigen und haben dadurch wieder näher zueinander gefunden.

Und was ist mit dem Kinderwunsch? "Ja, schön wär das schon, muss aber nicht", mailt meine Klientin zurück. "Das lass ich jetzt einfach das Leben entscheiden".

Dieser Artikel wurde am 21.11.2016 von Sylvia Grotsch veröffentlicht und befindet sich in den Kategorien:

Sylvia Grotsch. Ich bin Diplom-Psychologin, Astrologin und Coach. Seit 1984 unterstütze ich Menschen mit astrologischen Beratungen und Kursen bei der Entdeckung ihres Potenzials für ein erfülltes und erfolgreiches Leben. Hier finden Sie ausführliche Informationen zu meinen astrologischen Beratungen.

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