ASTROMIND

Sylvia Grotsch Diplom-Psychologin
Praxis & Schule für Astrologie in Berlin Tel.: +49 (30) 873 10 98 - www.astromind.de

So erkennen Sie Ihre wirklich wichtigen Ziele

Fotoquelle: pixabay.com

von Sylvia Grotsch (Kommentare: 2)

Viele von uns setzen sich am Anfang des Jahres Ziele, und nach einer gewissen Zeit haben die sich dann wieder in Luft aufgelöst.

Verständlich, denn viele Ziele werden nach dem Motto „nice to have“ gesetzt: Wärs nicht schön, zehn Kilo weniger zu wiegen, sportlicher zu sein, mehr Ordnung haben, liebevoller und geduldiger mit den Kindern umzugehen, eine karrierefördernde Fortbildung zu machen, endlich regelmäßig einem bestimmten Hobby nachgehen? Oder was ist es, das Sie sich immer wieder vornehmen?

Manches packen wir nie an, anderes versandet nach dem ersten Anfangselan wieder. Entweder, weil ein „das-wär-doch-schön“ als Motivation nicht ausreicht, oder weil allein die Länge der Liste dazu führt, dass wir es dann doch wieder bleiben lassen.

Der Knackpunkt ist, zu erkennen, was wirklich Vorrang hat. Dann bekommen wir Rückenwind. Und nur dann arrangieren wir unsere Prioritäten entsprechend.

Ab ins Gefängnis …

Ich möchte Sie zu einer - zugegeben - verrückten Fantasie einladen: Stellen Sie sich vor, Sie sitzen für drei Jahre im Gefängnis (Sie sind dort natürlich unschuldig reingeraten, können es aber nicht beweisen, ein Wiederaufnahmeverfahren ist nicht möglich). Glücklicherweise ist es ein Gefängnis, wo keine Gewalt herrscht, es gibt auch keine Drogen. Nach dem ersten Jahr Haft macht man Ihnen diverse Angebote, damit Sie sich in der restlichen Haftzeit weiterentwickeln können und nicht nur sinnlos die Zeit absitzen.

[Wenn Ihnen das Bild, im Gefängnis zu sitzen, nicht gefällt, stellen Sie sich einfach das Gleiche in einem Kloster vor, das Sie zwei Jahre nicht verlassen dürfen]

So gibt es Kurse, Workshops und mehrere Werkstätten, in denen lernen und machen können, wonach Ihnen der Sinn steht. Es gibt alles, was man sich nur denken kann, eventuell benötigtes Material und auch Bücher werden zur Verfügung gestellt.

Neben vielem anderen mehr gibt es zum Beispiel Trainingskurse für einen Halbmarathon, Yoga- und Meditationskurse, aber auch asiatisch kochen könnten Sie lernen. Im Angebot sind auch Computerkurse, Sprachkurse und diverse Workshops für Kreativitätstechniken. Sie möchten einen Schulabschluss nachholen oder eine bestimmte berufliche Qualifikation erwerben? Oder möchten Sie ein Handwerk lernen? Auch das ist dabei, Ihren Wünschen sind keine Grenzen gesetzt!

Ein Jahr haben Sie bereits abgesessen. Ihre Zeit haben Sie bislang mit drei Stunden sehr einfacher Arbeit täglich verbracht, die Ihnen die Gefängnisleitung aufgetragen hat. Eine weitere Ablenkung hatten Sie bis zum jetzigen Zeitpunkt nicht. Sie brauchen also dringend etwas, was Ihnen wirklich Spaß macht und Sie interessiert!

Sie haben die Wahl

Sie dürfen sich jetzt drei Dinge aus der Angebotsliste wünschen (die Gefängnisleitung ist bemüht, wirklich jeden Wunsch zu erfüllen!), mit denen Sie sich in der noch verbleibenden Haftzeit die Zeit vertreiben möchten.

Damit wir uns richtig verstehen: Nicht erfüllt wird der Wunsch nach mehr Besuch, auch eine vorzeitige Entlassung steht nicht zur Debatte. Außerdem bleiben Sie bis auf weiteres in Einzelhaft, Kontakte im Gefängnis gibt es im besten Fall über einen Kurs oder eine Werkstatt. Nach draußen telefonieren oder skypen dürfen Sie nur zweimal die Woche für je fünfzehn Minuten. Ein eigenes Handy bekommen Sie nicht, Ausgang auch nicht.

Wofür entscheiden Sie sich? Wählen Sie klug, ein späterer Tausch ist nicht möglich.

Dazu stellen Sie sich eine Eieruhr auf zwanzig Minuten und schreiben erst mal alles auf, was Ihnen in den Kopf kommt. Beachten Sie dabei die oben genannten Haftbedingungen.

Wählen Sie nichts aus Vernunftgründen! Wenn Sie einen Yoga-Kurs machen könnten, Sie aber an Yoga kein wirkliches Interesse haben, sollten Sie sich besser etwas anderes überlegen. Wünsche, die mit einem „müsste“, „sollte“, „wäre doch gut, weil die Zeit dann schneller vergeht“ oder „das kann ich draußen dann ganz gut gebrauchen“ verbunden sind, sind meist zum Scheitern verurteilt.

Wenn Sie fertig sind, lassen Sie die Liste eine halbe Stunde oder auch länger liegen (Sie können Sie aber auch ein oder zwei Tag später wieder zur Hand nehmen). Dann stellen Sie sich noch mal den Küchenwecker auf fünf Minuten und wählen Sie sich aus der Liste drei Dinge aus, die Sie bei der Gefängnisleitung einreichen.

Wie Sie das Ergebnis nutzen

Als Erstes schauen sie sich Ihre Liste mal genauer an:

  • Stehen da drei Dinge, die Sie eh schon immer (als Sie noch in Freiheit waren) getan haben? Herzlichen Glückwunsch, hier liegen Kerninteressen, die sich durch Ihr Leben ziehen. Was versprechen Sie sich davon, wenn Sie sie in der Haftzeit weiter kultivieren? Eine Verbesserung, eine Vertiefung oder Spezialisierung? Oder haben Sie sich bislang doch zu wenig Zeit dafür gegeben?
  • Oder steht da etwas, was Sie draußen ab und an schon mal gemacht haben, aber wieder haben schleifen lassen? Was hat Sie bislang davon abgehalten, dran zu bleiben?
  • Vielleicht stehen da aber auch drei Dinge, die Sie noch nie angegangen sind? Wie kommt das? Steht immer alles andere, das erledigt werden muss, im Vordergrund? Oder trauen sie sich hier etwas nicht zu?

Und jetzt los!

Die Konzentration auf drei Dinge, gepaart mit der Ödnis und der teilweisen Isolation eines Gefängnisses, holt leichter genau die Ziele hervor, die für Sie zählen. Einige davon können Ihnen schon vertraut sein, anderen aber haben Sie bislang zu wenig Raum gegeben.

Ihre Wunschliste sagt also ganz viel über Sie aus!

Und jetzt machen Sie was daraus. Wie können Sie das, was Sie bislang vernachlässigt haben, stärker in Ihr Leben integrieren?

Dieser Artikel wurde am 15.02.2016 von Sylvia Grotsch veröffentlicht und befindet sich in den Kategorien:

Sylvia Grotsch. Ich bin Diplom-Psychologin, Astrologin und Coach. Seit 1984 unterstütze ich Menschen mit astrologischen Beratungen und Kursen bei der Entdeckung ihres Potenzials für ein erfülltes und erfolgreiches Leben. Hier finden Sie ausführliche Informationen zu meinen astrologischen Beratungen.

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Kommentare

Kommentar von Marie |

Eine Haftstrafe wert ;)

Antwort von Sylvia Grotsch

*lach*. Mein Knastaufenthalt war auch sehr erkenntnisreich.

Herzlich

Sylvia Grotsch

Kommentar von Corinna von Buettner |

Habe nur in Gedanken beim Lesen "aufgeschrieben" und és stimmt ueberein mit dem, was ich "eigentlich" schon tue. ..fehlt noch mehr Einsatz, Zuversicht und entsprechend auch Zulauf und finanzielle Anerkennung!

Antwort von Sylvia Grotsch

Liebe Frau Buettner,

das ist doch schon mal wunderbar, dass sich Ihre "Bestellungen" bereits mit dem decken, was Sie tun. Der "Einsatz" für seine Projekte hängt dann auch tatsächlich von der Zuversicht ab, dass es wirklich für Sie stimmt und die Nachfrage dann auch.

Sie haben den großen "Vorteil", offenbar bereits auf dem richtigen Weg für sich zu sein. Vielleicht gönnen Sie sich einmal eine Unterstützung von außen, damit die Zuversicht wächst?

Mir hat eine solche Unterstützung von außen (die ich mir nie im Freundeskreis, sondern immer im professionellen Coaching geholt habe) an wichtigen Wende- und Entscheidungspunkten im Leben immer sehr geholfen.

Alle Gute für Sie,

Sylvia Grotsch

 

Antwort von Corinna von Buettner

Liebe Frau Grotsch,
ich danke Ihnen für die prompte, freundliche und anregende Antwort.
Das ich auf dem "richtigen" Weg bin, habe ich im Laufe der letzten ca. 10 Jahre, durch recht harte "Schicksalschläge" (Schwere Krankheit mit Nahtoderfahrung und bleibenden Spätschäden, Trennug vom Lebenspartner, psychisch kranker, lebensunfähiger Sohn (35), finanzielle Verluste), etliche "AHA-Erlebnisse" (nach Innen schauen (Selbstverantwortung übernehmen), und viel Hilfe jeglicher Art bzw. "Unterstützung von Aussen", endlich "kapiert"...
Nachdem Saturn schon das zweite mal vorbeigekommen und das 9. Jahrsiebent begonnen, lässt noch der geistige und physische Energiepegel, sowohl die körperliche und finanzielle Gesundheit zu "wünschen übrig"...

Falls Sie mal Zeit und Lust haben, sich ein Bild zu machen, wen Sie da vor sich haben, meine Daten:

... gelöscht

Liebe Grüsse aus dem sommerlich schwülen, bedekten, São Paulo!

Corinna von Buettner

 

Antwort von Sylvia Grotsch

Ja, das Leben ist sehr "einfallsreich", uns dahin zu lenken, wo es uns haben will.

Liebe Frau Buettner, ich habe mir erlaubt, Ihre Daten zu löschen, weil ein Horoskop doch etwas sehr Persönliches ist (bei "Personen der Öffentlichkeit" ist das was anderes, die dürfen öffentlich sein). 

Alles Gute Ihnen, Sie haben schon viel gestemmt, alle Achtung.

Sylvia Grotsch

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