ASTROMIND

Sylvia Grotsch Diplom-Psychologin
Praxis & Schule für Astrologie in Berlin Tel.: +49 (30) 873 10 98 - www.astromind.de

"Können Sie in meinem Horoskop irgendwelche Katastrophen sehen?"

Fotoquelle: pixabay.com

von Sylvia Grotsch (Kommentare: 3)

Das Gespräch mit meiner Kundin ist am Ende angelangt. Wir hatten miteinander besprochen, was in den nächsten zwei Jahren für sie an Entwicklungsschritten ansteht und wie sie diese konkret in ihrem Leben umsetzen kann. Schon will ich mich verabschieden, als sie sagt: „Ich hab da noch eine kurze Frage. Können Sie eigentlich sehen, ob irgendeinwelche Katastrophen auf mich zukommen?“

Angst ist ganz normal!

Ich kann diese Frage natürlich gut verstehen, ich bin auch nicht immer ganz angstfrei unterwegs. Einerseits sehen wir Entwicklungen in anderen Ländern, die sich keiner für sich wünscht - Kriege, Hungersnöte, Flucht. Aber auch Terror, Überwachung oder schwere Naturkatastrophen.

Andererseits werden täglich Ängste geschürt durch zu lösende Probleme in unserer Gesellschaft. Die offenbar nur schwer zu stoppenden Mietsteigerungen, der Klimawandel und die nachlassende Konjunktur sind nur wenige Beispiele von ganz vielen. Außerdem bekommen wir ständig neuen Nachschub an Problemen durch Fernsehen und Internet geliefert.

Manche Ängste entstehen aber auch dadurch, dass man in der Vergangenheit selber - oder bei anderen - etwas erlebt hat, was das Leben durchgeschüttelt hat. Vielleicht hat jemand seinen Partner verloren, ein Kind ist verunglückt oder die finanzielle Basis brach durch Arbeitslosigkeit oder Insolvenz zusammen.

Die meisten von uns haben jedenfalls schon kleinere oder größere Vorfälle erlebt, die das Leben kurz- oder längerfristig ins Wanken gebracht haben und niemand hat Lust auf eine Wiederholung! Leider besteht nach wie vor die Auffassung, dass man solche negativen Ereignisse mit dem Horoskop "voraussehen" könnte.

Astrologen: Bitte hört auf, diese Angst zu füttern!

Dummerweise wird diese Auffassung sogar von einigen meiner Kollegen genährt. So bekomme ich neulich einen Newsletter, der mit dem Satz beginnt: „Es kommen schwierige Zeiten auf uns zu“.

Da rolle ich mal wieder nur mit den Augen. Nicht, weil mich so eine Aussage ängstigen würde, sondern, weil die Astrologie dadurch mal wieder in die Wahrsageecke rutscht. Außerdem wird dadurch Vielen, die weniger Ahnung von Astrologie haben als ich, einen Floh in den Pelz gesetzt, und ich weiß aus Erfahrung, dass diese Flöhe sehr hartnäckig sind.

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

Sie wissen doch, dass Konstellationen sich immer unterschiedlich auswirken. Wie oft musste ich zum Beispiel lesen, dass einige von Ihnen - als fast sieben Jahre die Pluto-Uranus-Konstellation am Himmel stand - eine Wirtschaftskrise à la dreißiger Jahre erwarteten. Ihre Befürchtungen haben sich nicht bewahrheitet, wir haben zehn Boom-Jahre (zumindest in der Wirtschaft) hinter uns.

Natürlich stehen wir gerade wieder vor neuen Herausforderungen, wenn wir die Weltlage und auch die aktuellen Konstellationen betrachten. Das war aber schon immer so! Mein Appell daher: Lassen Sie solche nebulösen Sprüche doch einfach sein und klären Sie stattdessen Ihre Leserinnen und Leser über die Entwicklungschancen und Aufgaben, die in Konstellationen liegen, auf.

Warum es gut ist, dass das Horoskop keine Katastrophen zeigt

Stellen Sie sich vor, Sie gehen zur Astrologin, weil Sie gerne wissen wollen, was an Entwicklung für Sie die nächsten Jahre möglich ist. Vielleicht haben Sie sogar bestimmte Pläne und wollen diese unter astrologischen Gesichtspunkten mal mit jemand Außenstehendem besprechen. Oder es drückt irgendwo in Ihrem Leben der Schuh. Nun sagt Ihnen die Astrologin dann aber, dass auf Sie „schwere Zeiten“ zukommen. Würde Ihnen das wirklich weiterhelfen?

Ich denke nein.

Stattdessen würden Sie in ständiger Angst leben, was das sein könnte. Stirbt vielleicht Ihr Partner, verlieren Sie Ihre Arbeit, frisst eine Hyperinflation Ihr Erspartes auf?

Außerdem blockieren solche Aussagen jegliche Entscheidungsfreude. Vielleicht hatten Sie ja vor, etwas Neues in Ihrem Leben auf die Beine zu stellen - aber wer weiß, wie das ausgehen wird? Bei dieser Prognose?

Nicht auszuschließen wäre, dass Sie ängstlich Ihre Familienmitglieder beäugen. Denn wenn auf Sie schwierige Zeiten zukommen - könnte das nicht bedeuten, dass einem Ihrer Lieben etwas passiert?

Kurzum: Das wäre ein total mieses Gefühl, dass Ihnen da im Nacken sitzen würde. Und das nur, weil da jemand mal wieder versucht hat, Gott zu spielen und Sie dann eh anschließend feststellen dürfen, dass alles ganz anders gekommen ist, als Sie es sich in Ihrer Fantasie ausgemalt haben.

Im Horoskop kann natürlich zu sehen sein, dass man sich innerhalb eines bestimmten Zeitraums mit Veränderungen befassen muss. Zum Beispiel den gut bezahlten, aber ungeliebten Job infrage zu stellen, schwelende Konflikte in der Partnerschaft endlich anzugehen oder seinem Kind deutlich zu sagen, dass Hotel Mama geschlossen wird.

Unser Gehirn mag aber keine Veränderungen, denn Veränderungen sind anstrengend. Deshalb redet es uns dann auch schnell ein, dass da eine Gefahr droht, wenn es so Sprüche hört wie: "Es kommen schwierige Zeiten auf dich zu". Dabei kann eine gute astrologische Beratung Sie ganz wunderbar darin unterstützten, Veränderungszeiten zu sehen, sie zu verstehen und auch anzugehen.

Doktern Sie bitte nicht autodidaktisch an Horoskopen rum

Angst kann man sich aber auch selber machen. Wie zum Beispiel eine junge Frau, die mich neulich anrief. Sie selber befasst sich wohl autodidaktisch mit Astrologie, sei aber - wie sie sagte - natürlich nicht so erfahren wie ich, weshalb sie mich um eine Beratung bitten würde. Sie habe nämlich „wahnsinnige Angst“ vor einer Konstellation, die bald in ihrem Horoskop stattfinden würde.

Was soll ich dazu sagen? Ich finde es als Astrologin super, wenn Menschen sich in die Astrologie einarbeiten, denn ein persönliches Horoskop ist ein fantastisches Hilfsmittel, sein Leben zu verstehen. Aber Astrologie ist nicht gut für Menschen, die von Hause aus zu Angst, vielleicht sogar zur Panik neigen. Schon gar nicht, wenn sie dann aufgrund dessen versuchen, ihr Leben zu kontrollieren, in dem sie sich an sogenannte "Prognosen" machen. Dann fantasiert man sich schnell Tod und Teufel zusammen.

Aber weder Tod und Teufel, noch Glückszufälle und Traummänner sind aus dem Horoskop prognostizierbar. Ich würde wirklich was für geben, wenn ich diese Vorstellung für immer im Kopf der Menschen löschen könnte :-)

Alle Texte auf meiner Website, auch einzelne Teile daraus, unterliegen dem Urheberrecht.

Sylvia Grotsch. Ich bin Diplom-Psychologin, Astrologin und Coach. Seit 1984 unterstütze ich Menschen mit astrologischen Beratungen und Kursen bei der Entdeckung ihres Potenzials für ein erfülltes und erfolgreiches Leben. Hier finden Sie ausführliche Informationen zu meinen astrologischen Beratungen.

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Kommentare

Kommentar von Andrea Konrad |

Vielen Dank, Frau Grotsch, dass Sie immer wieder auch solche Hinweise geben. Manche/r astrologische Berater/in sollte sich an der Nase nehmen. Herzliche Grüße!

Kommentar von Urs Art |

Vielen Dank, liebe Frau Grotsch, für diesen Artikel. Wollte immer mal eine Beratung bei Ihnen machen. Aber durch oben genannter Aussagen verschiedener Astrologen, hatte mich mittlerweile der Mut verlassen. Irgendwie hatte ich oft eher das Gefühl, den Sternen, Transiten etc. hilflos ausgeliefert zu sein. Das macht mir Mut noch mal einen neuen Anlauf zu nehmen. Melde mich. Herzliche Grüße

Kommentar von Vera Hofmeister |

Hallo Frau Grotsch,
es gibt da ein ganz altes Sprichwort:
Die Sterne machen geneigt, aber sie bestimmen nicht...
Herzliche Grüße
Vera

Antwort von Sylvia Grotsch

Hallo Vera,

dieser Satz ist leider leicht miussverständlich. Das Horoskop ist unser Lebensplan, da haben wir keine Wahl, ob wir den haben wollen oder nicht. Aber wie wir mit ihm umgehen, da haben wir einen sehr großen Spielraum. Wie ich auch schon im Text geschrieben habe: Man sieht Zeiten der Veränderungen, die zu kennen ist sehr hilfreich, weil ich dann am Steuer stehe und die Richtung bestimmen kann.

Herzlich

Sylvia Grotsch

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