ASTROMIND

Sylvia Grotsch Diplom-Psychologin
Praxis & Schule für Astrologie in Berlin Tel.: +49 (30) 873 10 98 - www.astromind.de

Griechenland, die EU und der Pluto

Fotoquelle: mariamichelle / pixabay.com

von Sylvia Grotsch (Kommentare: 4)

Natürlich werde ich gefragt, wie das Referendum am Sonntag ausgehen wird. Ob Tsipras bleibt oder nicht, wie die Griechen abstimmen werden, ob Griechenland die EU verlässt und die Drachme wieder einführt. Ich weiß, der (Aber-)glaube, dass Astrologen Ereignisse vorhersagen könnten, ist wahrscheinlich unausrottbar :-)

Aber jede Zukunftsdeuterei muss nun mal in die Hose gehen, weil Astrologie es mit was ganz anderem zu tun hat: Sie zeigt anstehende Entwicklungen, Bewegungen und Bewusstseinsprozesse auf, was man daraus macht, ist uns anheim gestellt. Weil wir nun mal auch einen freien Willen haben, der uns ermöglicht, mit bewussten Entscheidungen auf Herausforderungen zu reagieren.

Nur zwei Horoskope sind nötig

Um also das Debakel um Griechenland besser zu verstehen, habe ich mir zwei Horoskope angeschaut. Da mag jetzt jemand einwenden, dass man doch auch das Horoskop von x und von y ansehen müsse, von Merkel, von Juncker, von Tsipras und von vielen anderen Mitspielern auch.

Das könnte man natürlich machen, ist aber nicht notwendig. In den Horoskopen der Hauptbeteiligten Griechenland und EU spiegelt sich alles wider, was sich gerade abspielt. Dazu braucht es auch keiner ausgeklügelten Zusatz-Prognose-Methoden, es reichen die Transite und auch da nur die wichtigsten.

Auch geht es mir jetzt nicht um eine tiefgreifende Analyse dieser beiden Horoskope, schon gar nicht um die Frage, wer Schuld hat und was man eigentlich tun müsste und nie hätte tun dürfen. Mir geht es darum, das gerade Offensichtliche astrologisch aufzugreifen, um den aktuellen Prozess verständlicher zu machen und mit einer anderen Sichtweise in die derzeit üblichen Schuldzuweisungen reinzugrätschen. Denn wenn Astrologie etwas kann, dann ist es genau das: Situationen aus einer anderen Perspektive zu betrachten.

Heftige Konflikte im EU-Horoskop

Das Hick-Hack und das Gerangel nerven. Leicht könnte man geneigt sein, vorschnell Tsipras die Schuld zuzuschieben. Beim Blick ins Horoskop der EU fällt aber etwas Interessantes auf: Gäbe es gerade keine Probleme mit Griechenland, würde woanders die Hütte brennen.

Vertrag von Maastricht, 7.2.1992, 18:30h, Maastricht

Auffällig am Horoskop der EU ist die herausfordernde Partnerschaftssituation: Die Venus (die für Beziehungen steht) steht im Steinbock, im Verein mit Uranus und Neptun und Mars.

Auf der einen Seite möchte man feste Verbindungen haben, die nach ganz klaren Regeln funktionieren und Sicherheit geben (Venus im Steinbock), auf der anderen Seite werden diese Regeln heimlich unterlaufen (Neptun), immer wieder durchbrochen (Uranus) und durch den Drang nach selbstständigen Entscheidungen (Mars) gestört. Mit Venus-Neptun wird man hinters Licht geführt (und führt selber hinters Licht), mit Uranus-Venus gibt es immer wieder überraschende Ausbruchstendenzen und Venus-Mars steht für Streit.

Wenn man davon ausgeht, dass ein Horoskop „für immer“ gilt, kann man also erwarten, dass es in den Beziehungen in der EU immer scheppern wird, wenn nicht permanent an einer Lösung gearbeitet wird: Feste Gemeinschaft ja (Venus im Steinbock). Aber die Regeln müssen immer wieder verändert werden, andere Lebensweisen müssen respektiert werden und zu starke EigenWILLigkeiten immer wieder Gemeinschaftsinteressen neu untergeordnet werden.

Venus hat aber noch eine zweite Bedeutung: sie steht für Geld und materielle Stabilität. Auch hier sind Probleme zu erwarten, zumal die Verbindung von Venus zum Neptun für Schwächung der materiellen Grundlagen und für einschneidende Verluste steht.

Diese Planetenballung um die Venus herum ist eine heftige Herausforderung, eine regelrechte Herkulesaufgabe, die die EU und ihre Mitglieder zu lösen haben. Hoffnung macht allerdings Jupiter, der einen harmonischen Aspekt zur schwierigen Venuskonstellation macht. Wenn Jupiter im Spiel ist, wird meist eine Lösung gefunden. Noch allerdings scheint die Situation in gegenseitigen Schuldzuweisungen festgefahren.

Pluto bringt es auf den Tisch

Allerdings lässt PLUTO, der gerade über die Venus des Maastrichter Vertrags transitiert, Schuldzuweisungen nicht zu.

Pluto-Transit auf Venus

Pluto holt immer die Wahrheit ans Licht. Er zeigt deutlich, was bislang in den Beziehungen unter dem Teppich gehalten wurde (und zwar bei allen Beteiligten), was versäumt, verdrängt oder schlichtweg verleugnet wurde.

Folglich gibt es bei einem Pluto-Transit nur zwei Lösungen: Die Beziehung zueinander grundlegend zu wandeln - oder sich zu trennen und einen Neuanfang zu machen. So betrachtet ist eine Trennung keine Katastrophe, sondern gibt allen Beteiligten die Möglichkeit, sich neu aufzustellen.

Das hört sich recht einfach an, ist es aber nicht. Auch wir sträuben uns unter Pluto-Transiten oft erst mal gegen eine Veränderung. Entweder wir nehmen die anstehende Situation nicht zur Kenntnis und machen weiter wie bisher; oder wir versuchen mit Gewalt etwas zu halten (funktioniert das nicht, wird dem anderen gerne der Schwarze Peter zugeschoben); oder wir versuchen die Situation mit Manipulation zu unseren Gunsten zu ändern.

Das alles ist menschlich - aber Pluto hat den längeren Atem. Letztendlich sorgt er dafür, dass wir eine alte Form loslassen, weil etwas Neues entstehen soll.

Griechenland: Wo geht es lang?

Für Griechenland kann man (wie für sehr viele andere Staaten auch) mehrere Horoskope erstellen. Ich habe das Horoskop der Vereidigung des Ministerpräsidenten Karamanlis im Jahr 1974 genommen, weil damit die Rückkehr  zur Demokratie nach jahrelanger Militärdiktatur begann.

Griechenland, 24.7.1974, 4h EET, Athen

Beeindruckend ist, dass Pluto, der gerade so heftig im EU-Horoskop auf der Venus wirbelt, im Griechenland-Horoskop auf dem Deszendenten steht. Der Deszendent ist ebenfalls ein „Partnerschaftspunkt“.

Pluto-Transit auf den Deszendenten

Hier gilt genau die gleiche Deutung, wie wir sie für einen Pluto-Transit auf eine Venus machen: Wandlung einer Beziehung oder Trennung und damit Neuanfang. Nur alles beim Alten zu belassen, sich murrend zu fügen oder dem Partner die eigenen Vorstellungen aufzuzwingen, das klappt bei einem Pluto-Transit über den Deszendenten nicht.

Im Augenblick befinden sich die EU und Griechenland in einem tiefgreifenden Auseinandersetzungsprozess, ob und wie man miteinander weitermachen kann, ohne sich zum Opfer der jeweils anderen Forderungen zu machen. Mit dem Referendum am Sonntag - egal wie es ausgeht - geht es aber nur einen kleinen Schritt weiter auf einem noch sehr langen Weg. Denn Griechenland hat noch bis Herbst 2016 den Pluto in der Nähe des Deszendenten, die EU steht noch bis 2020 unter starken Pluto-Transiten.

Wenn man dann noch bedenkt, dass Neuerungen sich oft erst zeigen, wenn der Pluto langsam wieder abmarschiert, darf sich Europa auf eine längerfristige Herausforderung einstellen. Warten wir ab, ob und wie die Beteiligten die darin liegende Chance zur Wandlung nutzen oder ob das Projekt EU - was unter Pluto-Transiten durchaus möglich ist - scheitert.

Dieser Artikel wurde am 05.07.2015 von Sylvia Grotsch veröffentlicht und befindet sich in den Kategorien:

Sylvia Grotsch. Ich bin Diplom-Psychologin, Astrologin und Coach. Seit 1984 unterstütze ich Menschen mit astrologischen Beratungen und Kursen bei der Entdeckung ihres Potenzials für ein erfülltes und erfolgreiches Leben. Hier finden Sie ausführliche Informationen zu meinen astrologischen Beratungen.

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Kommentare

Kommentar von Claudia Baro |

Liebe Sylvia,
vielen Dank für das Aufgreifen meiner Frage. (Kurze Anmerkung: ich glaube auch nicht, dass Astrologie eine Wahrsagekunst ist!)
Ich denke es geht bei dieser Thematik u.a. darum die soziale (Volks)frage zu stellen und zu beantworten. Niemand - auch nicht das deutsche Volk - will, dass Kredite gebraucht werden, um allein Banken und Gläubiger zu bedienen. Das ist nicht die Absicht der Menschen. Die sogenannte politische Elite braucht wohl noch Zeit für diesen Bewußtseins- und Lösungsprozess. Ich glaube allerdings fest an die Lernfähigkeit von Menschen, egal wo sie gesellschaftlich verankert sind.
Und darum hoffe ich, dass das griechische (und auch das deutsche) Volk sich deutlich kritischer mit Missbräuchen der politischen, klerikalen und wirtschaftlichen Elite beschäftigt und entsprechende Konsequenzen im Verhalten zieht!
Im Grunde ist es eine globale Frage, die nicht mehr nur in Entwicklungsländern für Armut sorgt (Kredite und Tilgungen!), sondern inzwischen in Europa angekommen ist - und hier muss es auch die Lösung geben, um global zu wirken.
Lieben Gruß
Claudia

Antwort von Sylvia Grotsch

Hallo Claudia,

ah, nein, ich dachte dabei nicht an dich - die Sache mit der "Wahrsagekunst" hatte ich am Abend davor erlebt. Sagte jemand zu mir: "Naja, wenn Astrologie so gut ist, wie du sagst, dann kannst du mir ja auch sagen, ob Tsipras sich durchsetzt". Das Übliche halt ...

Alles, was du oben beschreibst, passt perfekt zu Pluto im Steinbock. Begonnen hat alles Anfang 2008 mit der Lehman-Pleite. Schaun wir mal, wie weit wir dann bis 2024 sind, wenn der Pluto in den Wassermann tritt.

Herzlich,

Sylvia

Kommentar von Claudia Baro |

Liebe Sylvia,
danke; hätte mich in der Schublade auch nicht so wohl gefühlt.
Ich glaube, Du meinst 2024 und nicht 2014.
Mögen die Menschen diese Zeit nutzen und ihre Art der "Gläubigkeit" (ob an externe Eliten oder Astrologische Wahrsagungen....) auf klare Weise hinterfragen und abschaffen.
Bis dann und beste Grüße
Claudia

Antwort von Sylvia Grotsch

Danke, habs geändert :-).

Kommentar von Susan |

Heute 25.11.2018 Brüssel - Brexit. Im July 2015 hatte das ja noch keiner auf dem Schirm. Rückwirkend betrachtet ist es unfassbar was in den vergangenen 3 Jahren schon geschehen ist. Und es geht weiter im Europa Horoskop. Die Schweiz hat heute abgestimmt, auch mit einem klaren Ergebnis. Eine richtige Schlappe für die SVP. In Frankreich toben die Grünwesten, Ausgang offen und noch vieles mehr. Es grummelt. Der Pluto räumt auf. Nicht nur in der weiten Welt, auch um direkten Umfeld, auch bei mir selbst, mit Entscheidungen die jetz getroffen werden müssen. Ich merke es jeden Tag. Auf 2024 bin ich super gespannt. Danke Frau Grotsch für ihre immer so verständlochen Erklärungen.

Antwort von Sylvia Grotsch

Vielen Dank, Susan ... jetzt habe ich doch meinen eigenen Artikel von damals wieder gelesen. Neulich dachte ich schon: Ich müsste mal was zu Europa machen und gucken, was im Horoskop da so los ist (zumal das Kapitel Brexit auch mit dem heutigen Nachmittag noch nicht abgeschlossen ist, die "Scheidungsanwälte" haben ja erst mal die Bedingungen vorgelegt, über die noch abgestimmt werden muss). Siehe da, da kann ich ja direkt bei mir selber nachlesen :-)

Liebe Grüße

Sylvia Grotsch

Kommentar von Susan |

Guten Morgen liebe Frau Grotsch, ;-) das ist aber schön. Auf eine Weiterführung des Artikels freue ich mich jetzt sehr.

Ich habe sehr viel mit jungen Menschen zu tun und bin wirklich täglich überrascht über deren Stärke Lösungen zu finden, wie sie arbeiten um Ziele zu erreichen. Sie wissen wann wer anruft, sich meldet oder eine Nachricht sie erreicht immer öfter ohne Absprachen, einfach so. Die Kraft der Gedanken wird irgendwie sichtbar. Ich finde das spannend und sehe auch die Verantwortung die wir etwas älteren ganz bestimmt haben. Verantwortung das positiv zu sehen und auch Vertrauen in diese Kraft für die Zukunft zu haben. Zu antworten wenn sie Fragen haben. Ich selber habe ehrlich keine Ahnung von Astrologie. Wenn ich es richtig verstehe besucht uns der Pluto alle 297 Jahre. Wenn man von 2024 die 297 Jahre rückwärts guckt, dann hab ich eine leise Ahnung was da noch alles kommen könnte. Es reicht ein Blick in der Lehrplan Geschichtsunterricht ja schon aus um zu sehen, was damals in diesen 14 Jahren sich alles komplett verändert hat. Ich bin so zuversichtlich und habe wirklich großes Vertrauen in die Kraft unsere jungen Generation. Wo das nun herkommt weiß ich nicht, aber es ist so.

Herzliche Grüße und ein leckeres Frühstück
Susan

Antwort von Sylvia Grotsch

Naja, der Pluto besucht uns ständig - aber Sie haben Recht, er braucht 279 Jahre um einmal durch den ganzenTierkreis zu kommen. Er war also pi-mal-Daumen vor 279 JAhren schon mal im Steinbock (müsste ich genauer nachschauen, hab ich grade nicht parat).

Ich bin selber immer wieder angetan von den jungen Menschen heute, was die alles wuppen. Das Bewusstsein hat sich in den vergangenen fünfzig Jahren wirklich sprunghaft erweitert, deshalb habe ich auch keine Sorgen. Es ist alles Entwicklung, es läuft alles nach einem Plan und es geht weiter.

Herzlich, SG

 

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