ASTROMIND

Sylvia Grotsch Diplom-Psychologin
Praxis & Schule für Astrologie in Berlin Tel.: +49 (30) 873 10 98 - www.astromind.de

Ein Tiny House und die Datum-gleich-Gegenstände-Ausmistmethode

Fotoquelle: pixabay.com

von Sylvia Grotsch (Kommentare: 6)

Vor vielleicht zwanzig Jahren habe ich, auf einem kühlen Bettlaken liegend, ein einschneidendes Erlebnis. Ich bin soeben in meinem Hotel am Bodensee angekommen, habe meine Siebensachen verstaut und lasse mich aufs Bett fallen. Da entdecke ich, dass ich die Schiebetür vom Kleiderschrank offen gelassen habe.

Mein Blick fällt direkt auf das Wenige, das ich für gut drei Wochen Urlaub eingepackt habe: zwei Blusen, zwei dazu passende Shirts, einen Rock, zwei Hosen, ein Kleid. Eine Strickjacke zum Überziehen, einen Blazer, eine Regenjacke. Alles Lieblingsteile und alles in „meinen“ Farben, die alleine schon beim Anschauen ein gutes Gefühl in mir auslösen.

Da ich ein Doppelzimmer zur Einzelbenutzung habe, ist der Schrank entsprechend groß, meine paar Sachen wirken fast ein wenig verloren darin.

Aber der Blick in die Leere, in den freien Raum, der nur gefüllt ist mit ein paar Kleidungsstücken, die ich wirklich mag (und daher auch anziehe), macht mich glücklich. Ganz anders als mein häuslicher Kleiderschrank damals, in dem sich das ungetragene Zeug seit Jahren stapelte und gegenseitig bedrängte.

"Minimalismus" - warum der bei mir nicht ankommt

Ungefähr zu diesem Zeitpunkt kam der Begriff „Entrümpelung“ in alle Munde. Jedenfalls in meinem Freundes- und Bekanntenkreis. Wir fingen langsam an zu kapieren, dass wir alle zu viel hatten, beziehungsweise zu sehr an Dingen, die wir nicht mehr brauchten, fest hielten.

Da schlug dann die entsprechende Literatur wie eine Bombe ein. Sei es das „Simplify your Life“ von Werner Tiki Küstenmacher, das „Fengshui gegen das Gerümpel des Alltags“ von Karen von Kingston oder neuerdings das Buch von Marie Kondo: „Magic Cleaning“.

Dabei aber blieb es nicht. Ein Zweig des Entrümpelungstrends entwickelte sich die letzten Jahre zu einer Art Religion, zum „Minimalismus“. Die Devise: möglichst wenig haben, möglichst wenig Ressourcen nutzen. Hier geht es oft darum, sich selbst nicht nur zu entlasten, sondern auch den umweltschädigenden Konsum drastisch zu reduzieren.

So sehr ich die Minimalisten auch wertschätze, an mich kommt dieser Trend nicht ran. Kaum noch etwas zu besitzen oder mir überlegen, ob ich nun drei oder vier Teller benutzen soll (oder vielleicht nur noch einen), ist nicht mein Anliegen. Außerdem will ich mich nicht in einen -"ismus" einreihen, sondern offen an das Thema herangehen und meine eigenen Erfahrungen machen.

Ich brauche etwas, was mich wirklich begeistert - ein Tiny House zum Beispiel

Bei meinem manchmal verzweifelten Kampf mit den Inhalten meiner 60-qm-Wohnung, fiel mir irgendwann mal ein, dass ich Mitte zwanzig in einem 25 qm großen Appartement gewohnt hatte. Ein Zimmer, kleine Küche, Minibad, Balkon.

Ich hatte Klamotten, Bücher, Küchen- und Bürozeug. Einen Fernseher und ein paar Möbel. Ich kam wunderbar mit diesen Quadratmetern klar, weil die Größe der Wohnung mich disziplinierte. Ich wusste einfach, dass eine bestimmte Tasse keinen Platz mehr haben würde, also habe ich sie nicht gekauft, so hübsch ich sie auch fand.

Kaffee gabs bei mir trotzdem, auch wenn Besuch kam. Ich saß dann auf dem Bett, der Besuch auf dem Sessel. Ich kann mich nicht daran erinnern, mit meiner Wohnsituation unglücklich gewesen zu sein :-)

Amerika machts vor

Und plötzlich tauchte er wieder auf, dieser Life-Style von damals, mit dem ich mich absolut zufrieden fühlte. Er begegnete mir in einem Youtube-Video über „Tiny Houses“. Das ist ein Trend, der aus den USA kommt, hauptsächlich wohl geboren aus der Immobilienkrise. Die Leute kauften sich kleine Häuschen in der Größe von fünfzehn bis dreißig Quadratmetern, hievten die auf einen Anhänger und kutschierten damit, wohin sie wollten.

Seit einiger Zeit schwappt dieser Trend nun auch zu uns und ich muss gestehen, dass ich richtig angefixt bin! Damit kein Missverständnis aufgrund des hübschen Fotos oben entsteht: Ein Tiny House in Deutschland darf nur eine bestimmte Größe haben, hat in der Regel Räder und wird meist neu für den Auftraggeber angefertigt.

[Wo man so ein Teil dann hinstellen darf, steht dann auf einem ganz anderen Blatt, die deutsche Gesetzgebung lässt natürlich nicht zu, dass man sich damit an den Waldrand oder auf die Wiese stellt]

Jedenfalls: So ein kleines Häuschen mit der Hälfte meiner jetzigen Quadratmeter, das wärs doch! Zumal die Dinger heutzutage total klug geplant sind, sodass sogar eine Spül- und Waschmaschine Platz darin haben. Und der Gedanke, mehr in der Nähe der Natur zu wohnen, ist auch attraktiv für mich.

Was ich gerade tue, um mich auf so wenige Quadratmeter zu reduzieren

Ich weiß nicht, ob ich diese Idee wirklich umsetzen werde, aber der Gedanke: „Was würdest du mitnehmen, wie würdest du dich organisieren, wenn du in ein Tiny House ziehen würdest?“, hat bei mir ganz neue Kräfte frei gesetzt.

Jetzt geht es nämlich nicht mehr darum, aufzuräumen und ein bisschen zu reduzieren (und den Rest dann doch wieder gnädigerweise in den Schubkasten unterm Bett zu verstauen, weil ich mich nicht entscheiden kann), diesmal geht es um ein radikaleres Sich-trennen.

Dazu muss natürlich eine Methode her :-)

Ich weiß nicht, wie Sie das machen, sicher machen Sie es besser als ich. Aber ich war bislang so der Quartals-Entrümpler, der sich mal in einer großen Aktion von etwas befreit hat, was relativ leicht fällt. Dazu gehört heutzutage bei mir Kleidung, die ich seit zwei Jahren nicht mehr getragen habe, Bücher, die ich doof finde und daher nie wieder in die Hand nehmen werde und Geschirr, das angeschlagen ist. Behältnisse ohne Verwendung, leere Dosen … und was man halt so für Zeug hat. Hinterher habe ich dann immer so das befriedigende Gefühl, mich befreit zu haben :-)

Aber in ein Tiny House könnte ich deshalb noch lange nicht ziehen. Weil bei dieser Vorgehensweise immer noch Dinge bleiben dürfen, die ich nicht wirklich nutze. Also muss ein radikalerer Weg her, der mir dann auch prompt auf Youtube begegnete. Dort nennt sich dieser Weg manchmal die „31-Tages-Challenge“, ich habe für mich daraus die „So-viele-Gegenstände-wie-das-Datum“-Methode gemacht.

Die geht so: Ich habe am 9. eines Monats begonnen. An diesem Tag verlassen neun Gegenstände (oder irgendwelches Kleinzeug, wie zum Beispiel eine rumliegende leere Streichholzschachtel) meine Wohnung. Entweder sie finden den Weg in den Müll, in den Verkaufen- oder in den Verschenken-Karton. Letzterer füllt und leert sich zu meiner Freude sehr fleißig, weil ich viele Abnehmer im Haus habe. Am 10. dann verlassen zehn Gegenständige das Haus … Sie wissen, wie es weiter geht.

Und wenn Widerstände auftauchen?

Die ersten Tage habe ich das fröhlich vor mich hin summend über die Bühne gebracht. Ab dem 20. wurde das Ganze dann zur echten Herausforderung. Nicht, weil es da nichts mehr gäbe, sondern weil ich auf Dinge gestoßen bin, die ich schon seit Jahren vor mir her schiebe … und jetzt geht der innere Kampf los:

„ … Könnste ja vielleicht doch noch gebrauchen?“

„ … hat das im Tiny House Platz?“

„ … Naja, noch hab´ ich kein Tiny House!“

„ … Schluss jetzt - würdest du das ins Tiny House mitnehmen wollen, ja oder nein?!“

Glücklicherweise kann ich, wenn die ganz großen inneren Kämpfe losgehen, auf mein Bücherregal zurückgreifen und auf ganz viele Seminar-Unterlagen, die noch eingescannt werden müssen (alles, was keinen Platz mehr einnimmt, zählt). Da kommt ganz schnell eine stattliche Zahl zusammen, so dass ich bislang auch ein höheres Datum immer bedienen konnte. Aber eines Tages wird natürlich auch damit Schluss sein.

Und was, werden Sie vielleicht fragen, machst du, wenn du einen Tag mal wirklich nicht kannst oder verreist bist (oder die Widerstände allzu groß sind)? Dann werden Tage eben ausgelassen und es wird auch nicht nachgearbeitet. Beim nächst möglichen Datum geht es dann weiter. Alles, was zum Zwang oder gar zum Wahn wird, ist eh nicht zielführend.

Mit einem aber muss man rechnen, auch wenn man ganz locker anfängt: Mit dieser Methode stoßen wir garantiert auf die dicken Hunde, die uns schon seit Jahren blockieren. Wer über ein solches Hindernis nicht hinwegkommt, sollte sich vielleicht Unterstützung holen, bevor er das ganze Projekt vielleicht wieder hinschmeißt. Ich bin gespannt, ob ich diesen Tipp dann auch mal auf mich anwenden muss :-)

Wenn ich schätzungsweise vier Runden (einschließlich kleiner Pausen) hinter mir habe, dürfte ich reif fürs Tiny House sein :-). Nein, natürlich nicht wirklich. Denn um wirklich einzuziehen, müsste ich auch noch alles an Einrichtung loslassen und die Küchenutensilien drastisch reduzieren, was ich jetzt nicht vorhabe. Aber ich denke, ich werde mich von allem Überflüssigen getrennt haben und das alleine ist schon ein großer Schritt.

Bei jemand anderem kann es schneller gehen, als meine angedachten vier Monate, vielleicht braucht es aber auch viel länger. Das ist eigentlich völlig egal, wichtig ist der Prozess, den man dabei durchläuft.

Was ich davon habe, auch wenn ich mir den Traum nicht erfülle

Es mag merkwürdig klingen - mir ist es ziemlich egal, ob ich eines Tages in meinem Tiny House wohne oder nicht. Was ich mir durch diesen Prozess und meine Begeisterung für diese Idee verspreche, ist eine ganz neue Begegnung mit mir selbst. Wer werde ich sein, wenn ich mich von vielem getrennt habe, was werde ich tun und welche Überraschungen hält das Leben dann für mich bereit?

Ich freue mich jedenfalls jetzt schon auf eine riesengroße Entlastung und vielleicht werde ich dann den Raum in meiner jetzigen Wohnung wieder mit ganz neuen Augen sehen.

Das Ganze ist ein ernst gemeintes Spiel für mich. Und es macht verdammt viel Spaß bislang (wenn es nicht gerade der 20. bis 31. des Monats ist). Eines Tages erzähle ich Ihnen dann, wie es ausgegangen ist.

Wie finden Sie die Idee? Ich freu mich übrigens, wenn Sie unten in die Kommentarfunktion reinscheiben, wie Sie so mit Ihrem „Zeug“ umgehen und wie viel Raum Sie haben und wie viel Sie sich wünschen würden. Ganz real - aber auch im übertragenen Sinne gemeint.

Dieser Artikel wurde am 09.07.2018 von Sylvia Grotsch veröffentlicht und befindet sich in den Kategorien:

Sylvia Grotsch. Ich bin Diplom-Psychologin, Astrologin und Coach. Seit 1984 unterstütze ich Menschen mit astrologischen Beratungen und Kursen bei der Entdeckung ihres Potenzials für ein erfülltes und erfolgreiches Leben. Hier finden Sie ausführliche Informationen zu meinen astrologischen Beratungen.

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Kommentare

Kommentar von Christine |

Der Idee des Minimalismus kann ich nur zustimmen. Für meinen dreiwöchigen Urlaub auf der anderen Seite der Welt habe ich diesmal nur das "Nötigste" eingepackt. Weniger als sonst für eine Woche in Deutschland. Wieso immer so viel mitnehmen, dachte ich. Ein paar Shirts und Hosen für warm und kalt bzw zum wechseln müssten doch reichen. Noch eine dünne und wärmere Jacke, voila. Und es reicht tatsächlich bzw ich könnte mich noch auf weniger beschränken. Eine tolle Erfahrung, die ich, wieder in Deutschland angekommen, auch in meinem häuslichen Umfeld umsetzen könnte. Den Mut haben sich von Altem zu trennen um Platz zu schaffen, nein, nicht für Neues

Antwort von Sylvia Grotsch

Hallöchen, Christine,

ich denke, da ist zum Schluss was abgerissen? Nein, es geht wirklich nicht um "Neues", vielmehr um "neuen Raum" für sich zu gewinnen.

Toll, dass Sie die Erfahrung bereits gemacht haben, dass wir im Grunde nicht wirklich "viel" brauchen und dass wir sehr viel gewinnen, wenn wir das ganze Gepäck mal reduzieren. 

Herzlich

Sylvia Grotsch

Kommentar von Marianne Ziemt |

Ich bin auch schon lange von den Tiny Houses angefixt. Und auch gerade am Entrümpeln. (bin Schütze.) Frage mich, was mich gerade jetzt dazu treibt. Der aktuelle Uranus im Stier mit Mars "im Gepäck" im Quincunx zu Sonne? Der aktuelle Saturn im Steinbock, der Disziplin verlangt? Aber ich merke, ich habe heftige Widerstände.

Antwort von Sylvia Grotsch

Hallo Frau Ziemt,

ja, die Widerstände ... oft kommt man da nur weiter, wenn man regelmäßig immer eine Kleinigkeit macht ... wir haben eben auch alle unsere Biografie, die hier oft ein Wörtchen mitredet.

Wer oder was Sie treibt, ist wohl nur zu sehen, wenn man sich Ihr Horoskop anschaut, ich würde das jetzt keinem einzelnen Planeten zuschreiben, sonst würden das ja jetzt "alle" machen.

 

Herzliche Grüße -  und viel Erfolg!

Sylvia Grotsch

Kommentar von Birgit M. |

Irgendwie sind diese Tiny Houses aber auch grad ein Trend. Vielleicht ein Zeitgeist? Erst vor ein paar Tagen bin ich ein wenig im Internet herumgesurft und habe mich informiert. Bei uns tatsächlich nicht so einfach zu installieren..Bekannte von mir haben ein Tiny House auf dem Grundstück eines ihnen bekannten Bauern aufstellen dürfen. Mitten zwischen den Apfelbäumen und auf dem Boden, nicht auf Rädern. Ich glaube das Projekt hat viel Zeit gebraucht- das Ergebnis genießen die beiden sehr. Vielleicht eine Anregung mit den Bauern in der näheren Umgebung zu sprechen?
Die 31 Tage Methode finde ich super! Momentan miste ich so aus:
Schritt 1: ein Schrankhüter wird anprobiert.
Schritt 2: Ich ziehe das Teil gleich wieder aus, weil ich es doch nicht tragen mag, es nicht sitzt, die Farbe doof ist....usw. und landet auf dem Entsorgungsstapel.
oder: ich trage es einen Tag und entscheide dann ob ich es behalte oder nicht.
Der Entsorgungsstapel ist schon ziemlich angewachsen...

Liebe Frau Grotsch der Artikel macht mir Lust auf "Mehr"...

Herzliche Grüße
Birgit M

Antwort von Sylvia Grotsch

Hallo Birgit,

"mehr" auf was haben Sie Lust?

Ich wünsceh Ihnen viel Freude an wachsenden Stapeln :-). Gute Idee, etwas mal einen Tag "auf Probe" zu tragen ...

Liebe Grüße

Sylvia Grotsch

Kommentar von Christine Rümmele |

Liebe Frau Grotsch
wie toll Sie schreiben... ich entrümple seit über einem Jahr für mehr Raum und frische Energie. Ich musste lachen wegen der hübschen Tasse, die Sie nicht gekauft haben,ich liebe Tassen, schöne Gläser und Geschirr und natürlich Bücher.
Vielen Dank mit dem Tipp zum Entrümpeln nach Datum, das fühlt sich an wie ein Spiel :-) Mit dem beginne ich heute und wenn ich mal einen Tag auslasse, aus welchem Grund auch immer, geht die Sonne am nächsten Tag trotzdem auf.
Eine Bekannte verkauft regelmässig an Flohmärkten, sie bekommt die Dinge, die ich nicht wegwerfe.
Liebe und sonnige Grüsse aus der Schweiz
Christine Rümmele

Antwort von Sylvia Grotsch

Liebe Frau Rümmele,

der Verzicht auf die Tasse war "damals", als ich nur 25qm hatte. Heute habe ich  ja mehr als das Dopplelte an Wohnraum mit einer ausgesprochen geschickt geschnittenen Küche, die sehr viel Stauraum bietet :-). Und ja, als Nachkriegskind werde nicht zur Konsumverweigerin, die stur auf alles verzichtet nur aus Prinzip - aber das Reduzieren auf die wirklich schönen Dinge, die ich liebe, tut richtig gut. Und wenn dann eine schöne neue Tasse den Weg zu mir finden will, ist sie herzlich willkommen :-).

Heute regnet´s hier, da lehre ich den heute fälligen 12 Dingen gleich mal das Fürchten :-). Schon erstaunlich, was sich immer so findet.

Viel Spaß Ihnen beim Freiraum schaffen und herzliche Grüße

Sylvia Grotsch

Kommentar von Gertrude Pallaoro |

Liebe Frau Grotsch! Die Tiny House Idee finde ich grossartig. Ich fühle mich jetzt schon leichter wenn ich nur daran denke was ich alles entrümpeln könnte. Wenn, ja wenn, das schlechte Gewissen gegenüber der Familie nicht wäre! Trotzdem, heute wandern 13 entbehrliche Stücke aus meiner Wohnung. Danke für die gute Idee!

Antwort von Sylvia Grotsch

Liebe Frau Pallaoro,

ja, mit Familie zu leben, ist hier auch noch mal eine ganz besondere Herausforderung. vorallen Dingen, wenn die einzelnen Mitglieder unterschiedliche Bedürfnisse in Sachen HABEN haben.

Die beste Strategie ist hier, mit den Dingen zu beginnen, die Ihnen gehören und über die niemand sonst verfügt. Das dann ganz konsequent zu machen,  ohne die anderen aufzufordern, da mitzumachen .... oder sie zu fragen, ob Sie etwas wegtun dürfen.

Entrümpeln ist oft eine Art Virus, der irgendwann andere ansteckt. und je weniger wir versuchen, die anderen da mit einzubinden, desto besser wirkt er :-).

Oder meinen Sie vielleich auch alte Erinnerungsstücke oder Geschenke, die Sie von Ihrer Ursprungsfamilie erhalen haben? Omas Service zum Beispiel, das Sie einfach nicht leiden oder benutzen mögen? Wenn wir "schöne" Dinge, die wir nicht mehr mögen, an andere weitergeben, erweisen wir ihnenn gegenüber auch Respekt. Denn stellen Sie sich vor, Sie seien ein Service und würden nie benutzt werden? Wenn Sie zum Beispiel durch Verschenken das Service wieder seiner "Bestimmung" zuführen, dann tun Sie allen Beteiligten etwas Gutes. Auch dem Service.

Wenn eigentlich wertvolle Dinge woanders weiterleben dürfen, tun wir uns mit dem Loslassen leichter.

Ich wünsche Ihnen viel Schwung und einen weiter werdenden Lebensraum für Sie!

Sylvia Grotsch

Kommentar von Ute Müller |

Hallo Frau Grotsch,

ich verfolge den Tiny house - Trend nun schon gut 1 Jahr recht intensiv, bin in ein paar Gruppen bei FB, in einem Forum und war auch schon bei realen Treffen von Gleichgesinnten. Das Thema ist bei mir ähnlich wie bei Ihnen im Hinterkopf so ein wenig als Plan B abgespeichert. Sollte sich berufliche Unabhängigkeit ergeben, die mir eben auch örtliche Unabhängigkeit beschert, dann wäre das Thema in Norddeutschland schon ganz gut umsetzbar.

Ich habe schon viel reduziert, aber meine Küchen-Utensilien sind auch mir wichtig :) Auch kann ich mich von ein paar eigentlich unwichtigen Dingen nicht trennen, weil ich sie als Fundus für Shootings dann doch mal brauchen könnte. Sie sehen, mein Hintertürchen habe ich mir schon eingebaut ;)

Egal, das Thema ist ständig in meinem Bewusstsein und damit beeinflusst es mein Konsumverhalten. Soll auf jeden Fall erfüllt!

Liebe Grüße
Ute

Antwort von Sylvia Grotsch

Ah, noch jemand, der angefixt ist :-). Ich denke, das Ganze, liebe Ute, ist auch ein "Prozess". So bin ich doch immer wieder erstaunt, was ich bei erneuten Runden alles noch finde, was das letzte Mal bleiben durfte. Und da ich ja nicht morgen in ein Tinyhouse ziehe (aber wer weiß ...), behalte ich natürlich auch noch einiges, was mir gerade das Leben sehr erleichtert.

Mein "Problem" werden eines Tages Küchenmaschinen sein, die ich täglich benutze: Smoothie-Maker, Entsafter, Wasserkocher Zitruspresse und Kaffeemaschine. Alles hochwertige Geräte, ohne die ich mir mein Leben gerade gar nicht vorstellen will. Denn das alles in "klein" zu haben, bedeutet nicht die gleiche Qualität. Ja gut, die Zitruspresse kann ich dann wieder mit der Hand in Betrieb nehmen :-).

Aber ich denke, es wird sich alles eines Tages zeigen. Ich kümmere mich ums Loslassen, die Lösungen kümmern sich dann oft um sich selbst :-).

Herzlich

Sylvia Grotsch

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