ASTROMIND

Sylvia Grotsch Diplom-Psychologin
Praxis & Schule für Astrologie in Berlin Tel.: +49 (30) 873 10 98 - www.astromind.de

Dafür bin ich doch zu alt!

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von Sylvia Grotsch (Kommentare: 3)

Ich weiß nicht wirklich, wie sie darauf kam. Auf jeden Fall war einer der Standardsätze meiner Mutter: „Kind, alles was du können willst, musst du bis dreißig gelernt haben. Danach lernst du es nicht mehr“.

Vielleicht war das ein ganz besonderer Trick von ihr, ihrer Tochter Dampf zu machen. Wahrscheinlicher ist aber, dass das der Stand der Wissenschaft in den sechziger, siebziger und achtziger Jahren war. Denn auch von ihr hörte ich immer wieder, dass sie für etwas Bestimmtes doch schon „zu alt“ sei.

Bewusst habe ich diesen Satz von ihr nie akzeptiert, aber eine Freundin machte mich Anfang dreißig darauf aufmerksam, dass ich aufgrund meines Alters daran zweifelte, ein bestimmtes Examen zu schaffen (soweit zu den Prägungen, von denen wir meinen, wir hätten sie nicht angenommen Zwinkernd ).

Glücklicherweise war der Bann dann aber durch den Hinweis meiner Freundin gebrochen. Ja, seit einigen Jahren muss ich manchmal etwas zweimal lesen oder mir Notizen machen, wie was am Computer funktioniert. Aber nach wie vor macht mir Neues zu lernen tierischen Spaß, und ich hoffe, dass das noch lange so bleibt!

Der Platz auf der Torte wird eng = alt?

Und klar, ich merke schon, dass ich ein Mehr an Jahren habe. Ich merke es daran, dass ich nicht einfach wie früher eine Nacht durchmachen kann. Und wenn, dann ist der nächste Tag im Eimer. Und auch die Knie sind nicht mehr ganz so wie früher ... und manchmal, zack, ist einfach was weg, was ich gerade noch im Kopf hatte (glücklicherweise kommt es wieder).

Dass ich als „alt“ gelte oder in diese Kategorie eingeordnet werde, begegnet mir vor allen Dingen draußen. Am Kosmetikstand zum Beispiel, wenn mir etwas über „reife“ Haut erklärt wird. Beim Arzt, der mir in verschwörerischem Ton erklärt, welche Vitamine (die er in der Schublade hat) „wir ältere Menschen“ brauchen. Oder wenn – wie jüngst passiert – eine Mutter in der Straßenbahn zu ihrer kleinen Tochter sagt: „Lass die alte Dame mal sitzen“ (you made my day ... Lächelnd).

Dabei befinden wir uns mit über Fünfzig und Sechzig einfach nur im dritten Lebensabschnitt. Mittlerweile werden wir gut und gerne 100 Jahre, und selbst wenn es nicht ganz so viel wird, haben wir – toi-toi-toi - noch mehrere Jahrzehnte vor uns. Jahrzehnte!

Wie ist das bei Ihnen? Sind Sie froh, wenn Sie einfach eines Tages nur noch Ihre Ruhe haben oder meldet sich bei Ihnen hin und wieder der Gedanke: „Eigentlich würde ich gerne noch …“? Oder haben Sie das Gefühl, dass es das eigentlich noch nicht gewesen sein kann, Sie haben aber keine Idee, was Sie noch interessieren könnte und Ihnen gut tun würde?

Was wollen Sie aus Ihrem Leben noch machen?

Zu jedem Zeitpunkt im Leben ist es eine gute Idee, zu überprüfen, ob wir glücklich sind. Oder - wem das Wort zu groß ist – ob wir uns mit unserem Leben wohl fühlen. Ob und wie wir uns weiterentwickeln wollen und uns daran zu erinnern, was immer gerne noch tun wollten. Ein guter Ausgangspunkt dazu ist ein kleiner Rückblick, verbunden mit einem Blick nach vorne.

Ich habe Ihnen dazu einige Fragen aufgeschrieben. Es geht dabei aber nicht darum, sofort die Antworten parat zu haben. Am Ende der Fragen gibt es daher ein PDF zum Ausdrucken, dann können Sie ab und an mal wieder draufschauen und sich Ihre Wünsche, Träume und Ideen notieren:

  • Welche Leidenschaften hatten Sie früher einmal? Als Kind, als Jugendliche/r oder im Erwachsenenleben? Gibt es etwas, was Sie unbedingt davon wieder aufnehmen möchten?
  • Wen bewundern Sie? Was kann dieser Mensch? Wir bewundern IMMER nur Menschen, die etwas verwirklichen, was auch in uns schlummert – wir aber bislang noch nicht angepackt haben!
  • Träumen Sie schon immer von etwas ganz Bestimmtem, hatten aber einfach noch nicht die Muse dazu? Was also würden Sie gerne ausprobieren? Etwas Neues lernen? Eine neue Sprache? Umgang mit der modernen Kommunikationstechnik? Oder möchten Sie malen, zeichnen, fotografieren lernen? Oder noch etwas ganz anderes?
  • Möchten Sie noch etwas Besonderes sehen oder erleben? Interessieren Sie sich für ein bestimmtes Land? Die Niagara-Fälle? Möchten Sie einmal bei den Bayreuther Festspielen dabei sein? Oder zu einer bestimmten Kunstausstellung nach New York fliegen?
  • Möchten Sie an Ihrem täglichen Leben etwas verbessern? Wie wohl fühlen Sie sich da, wo Sie wohnen? Wie gut sorgen Sie für sich und Ihren Körper? Würden Sie gerne wieder tanzen gehen, Skilaufen oder wieder Ihren regelmäßigen Yoga-Kurs aufnehmen?
  • Mit wem wären Sie wirklich gerne zusammen? Wen wünschen sie sich nah in Ihrem Leben, wen mehr auf Distanz? Gibt es überhaupt genügend Menschen in Ihrem Leben, mit denen Sie sich gut fühlen? Haben Sie genügend Austausch über die Themen, die Sie interessieren? Gibt es Menschen, die Sie ermutigen, egal wie alt Sie sind, das anzupacken, was Ihnen Freude macht?

Bitte, glauben Sie nicht, es sei zu spät oder Sie seien "zu alt"! Ja, klar, Balletttänzerin in der Staatsober werden wir nicht mehr, aber darum geht es auch nicht. Es geht darum, auch in höherem Alter die Dinge zu tun, die uns Freude machen und erfüllen - auch wenn uns die eine oder andere Grenze gesetzt sein mag. Also, wie sieht für Sie ein erfülltes Alter aus? Und natürlich kann uns die Astrologie auch hier wieder wertvolle Hinweise geben.

Astrologie als Wegweiser

Ich freue mich daher immer, wenn Klientinnen oder gute Freundinnen die Frage stellen: „Ich habe zwar irgendwie das Gefühl, das kann nicht alles gewesen sein und ich will, jetzt wo die Kinder raus sind und der Beruf hinter mir liegt, gern nochmal was Neues machen und mein Leben umkrempeln, aber ich weiß nicht so recht, WAS!“

Eine Kursteilnehmerin hat mir zum Thema "Astrologie und Alter" folgende Fragen gestellt:

Ich hatte schon mal eine Horoskopanalyse, da brauch ich doch zweite keine mehr?

„Eine“ Horoskopanalyse gibt es streng genommen nicht. Es ist unmöglich innerhalb einer Sitzung, die eine oder auch anderthalb Stunden dauert, in Ruhe und Ausführlichkeit ALLE Lebensbereiche durchzusprechen. Beruf, Partnerschaft, zu lösenden Herausforderungen (um nur einige Themen zu nennen), aber eben auch das Thema Alter braucht jeweils eine Sitzung für sich. Sonst kratzt man nur an der Oberfläche.

Solche Sitzungen kann man durchaus zu ganz unterschiedlichen Zeiten machen, denn wen interessiert das Thema „Alter“, wenn er wegen Berufsfragen Mitte dreißig in eine astrologische Beratung kommt?

„Alter“ ist natürlich ein schwammiger Begriff. Wann fängt Alter für dich an?

Meine Erfahrung ist, dass Menschen ungefähr ab mit Mitte fünfzig, Anfang sechzig beginnen, sich über das Älterwerden Gedanken zu machen. Meist bewegen einen jetzt eh neue Fragen, man betrachtet sein Leben aus einer anderen Warte, und viele Wünsche, die früher unbedingt in Erfüllung gehen sollten, sind jetzt nicht mehr so wichtig. Aber dennoch liegt noch ein großes Stück vor uns, das wir erfüllend gestalten können.

Letztendlich geht es nicht um eine bestimmte Jahreszahl. Es geht mehr um die Erkenntnis, dass das Leben endlich ist und dass die noch zur Verfügung stehende Zeit wertvoll ist. Diese Einsicht kann beim einen früher, beim anderen später einsetzen. Letztendlich zählt immer, wie wir darauf reagieren. Ob wir resignieren (und nun wirklich anfangen, alt zu werden) oder diese Zeit so nutzen, dass wir - wenn auch auf einer anderen Ebene - uns noch mal neu entfalten.

Was kann ich denn in so einer Beratung erfahren?

Die Beratung "Erfüllung im Alter" (oder auch 60+) konzentriert sich auf bestimmte Bereiche:

  • Was steht jetzt im Vordergrund? Sind es eher Kontakte, etwas Kreativ-Künstlerisches, geht es gar um eine neue Berufstätigkeit oder um eine bestimmte Aufgabe? Oder was genau ist es, was in späteren Jahren Erfüllung schenkt? Hier zeigt das Horoskop eindeutig, wo es lang gehen kann, und es zeigt oft sehr viel mehr Möglichkeiten, als man selbst vermutet!
  • Parallel dazu entfalten sich im Siebener-Rhythmus bestimmte Potenziale in uns – Dinge, zu denen wir nicht gekommen sind, weil wir vorher mit anderem befasst waren. In dieser Beratung sprechen über die aktuelle, aber auch die kommenden Sieben-Jahres-Phasen mit ihren Herausforderungen und Chancen;
  • außerdem werden ab einem bestimmten Zeitpunkt die Entwicklung anderer (neuer) Eigenschaften wichtiger für uns. Was also ist es, was wir im Alter mehr integrieren wollen, um vollständiger zu werden?
  • Naturgemäß spielt das Thema Halt und Sicherheit eine große Rolle. Damit ist nicht immer finanzielle oder familiäre Sicherheit gemeint ist, sondern die Frage, was dem Betreffenden das Gefühl von Sicherheit gibt - das ist durchaus von Mensch zu Mensch verschieden;
  • zusätzlich geht es auch um die Frage der Gesundheit und welche körperlichen Schwachpunkte wir stärken sollten. Damit geht es auch um das Thema „Grenzen respektieren“, um möglichst lange unser körperliches Gefährt zur Verfügung zu haben.

Das hier ist aber nur eine grobe Übersicht – auch diese Beratung orientiert sich immer an den Fragen und Anliegen desjenigen, der zu mir kommt. Fest steht, dass es ab Fünfzig/Sechzig noch ganz viel zu entdecken gibt. Über eine spezielle astrologische Beratung zum Thema "Alter" lässt sich das ganz wunderbar erkennen!

>> Erfüllung im Alter

Dieser Artikel wurde am 27.04.2014 von Sylvia Grotsch veröffentlicht und befindet sich in den Kategorien:

Sylvia Grotsch. Ich bin Diplom-Psychologin, Astrologin und Coach. Seit 1984 unterstütze ich Menschen mit astrologischen Beratungen und Kursen bei der Entdeckung ihres Potenzials für ein erfülltes und erfolgreiches Leben. Hier finden Sie ausführliche Informationen zu meinen astrologischen Beratungen.

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Kommentare

Kommentar von Zamyat M. Klein |

Liebe Sylvia,

wie schön, dieser Beitrag kommt sozusagen wie gerufen. Sonntagsmorgen in der Türkei am Laptop sitzend (weil ein Buch schreibend) bewog mich irgendein Impuls, doch mal eben... deinen Newsletter auf dem Handy zu lesen. Und schwupps, stieß ich auf "mein Thema".
Denn ich plane aktuelle ein zweites Blog genau zu dem Thema "Ü60" zu eröffnen. Wo es aber vor allem auch darum geht zu ermutigen und zu zeigen, wie man mit über 60 weiterhin ein erfülltes, kreatives und lebendiges Leben führen kann. Vor allem soll es sich an Menschen wie mich richten, die eben da auch noch voll im Beruf sind, vielleicht weil sie als Freiberufler, Selbstständige und Künstler keine gesicherte Rente bekommen. Und weil sie unabhängig davon eben auch das gerne machen, was sie tun und nicht einfach in einem bestimmten Alter damit aufhören.

Es geht mir auch genau um das, was du beschreibst: wie die innere Wahrnehmung, das Fühlen und Denken weit auseinanderklaffen von dem, wie man von außen oft wahrgenommen wird. Dass es da immer wieder kleine Schockerlebnisse gibt ( Gib der alten Dame mal deinen Platz :-)- wenn ich zum Beispiel merke, wie schwer es manchen fällt, mich zu duzen etc.
Das Blog soll zwar vor allem der Ermutigung dienen, auch mit Tipps zu passenden Büchern und Filmen oder eben zu solchen Blogbeiträgen wie deinem. Aber durchaus auch ehrlich über Schwierigkeiten und Probleme berichten, die auftreten. Denn der Körper baut nun mal ab, egal wie viel Yoga ich täglich treibe etc. Es kommen Zipperlein hier und da- aber man kann sie unterschiedlich angehen, vor allem mit Humor.

Ich bin noch dabei, den Rahmen zu basteln, habe mir aber schon mal den Link zu deinem Beitrag hier gemerkt.

Alles Liebe (im Moment) aus der Türkei
Zamyat

Antwort von Sylvia Grotsch

Hallo liebe Zamyat,

waugh, in der schönen, warmen Türkei sitzend :-).

Das ist eine tolle Idee mit dem Blog. Und natürlich auch für Menschen gedacht (ich hatte gerade vor ein paar Tagen ein Gespräch mit einer Frau), die sagen: Ok, mit 65 ist DER Job vorbei, wo ist der nächste? Und zwar gar nicht mal motiviert aus dem Gedanken "Ich brauch mehr Geld" (was ja bei vielen Rentnern leider oft auch der Fakt ist), sondern aus dem Gefühl einer neu entstehenden Chance. Und die soll sich natürlich jetzt an das Eigene anlehnen und nicht mehr fremdbestimmt sein.

Gerade vor ein paar Tagen ist ein von mir sehr verehrter astrologischer Lehrer gestorben, er hat bis zur letzten Sekunde, mit 86, noch beraten, geschrieben, Kurse gegeben. Natürlich ist das nicht jedem vergönnt, aber ich finde es als Vorbild einfach sehr schön. Kontrollieren können wir es eh nicht, aber eben tun, was uns möglich ist.

Schau mal, was ich unten bei Bethina geschrieben habe - also ich glaube, dass so ein Blog sehr gut in die Zeitqualität passt. Wir sind die nächsten Jahre astrologisch betrachtet in einem tiefgreifenden Umwandlungsprozess (von unserer persönlichen Entwicklungen mal abgesehen), da braucht es neue Ideen.

Dir liebe Grüße - und gib Bescheid, wenn du so weit bist!

Sylvia

Kommentar von Bethina Fehlisch |

Liebe Sylvia,
vielen Dank für Deinen Artikel. Lernen ist für mich persönlich ein wichtiger Wert, schon mein ganzes Leben lang. Genauso wie Du hoffe ich, dass mir diese Fähigkeit noch lange erhalten bleibt.
Wir gehören als Baby Boomer sicherlich zur ersten Generation, die so bewusst die Lebensphase ab 60 Jahren gestalten kann. Dafür bin ich sehr dankbar. Ich fühle mich nicht so alt wie ich bin, dennoch sind die Resonanzen auf meine Person von außen teilweise so wie Du sie erlebt hast.
Interessant finde ich den Widerspruch in unserer Gesellschaft, der sich in den nächsten Jahren verstärken wird. Zum einen der Fakt, dass die staatliche Rente für manche von uns nicht reichen wird bzw. die private Rente auch nicht. Auf der anderen Seite gewisse Arbeitgeber, die oft unbegründet Leute über 55 Jahre versuchen los zu werden und die Politiker, die für eine Rente ab 70 Jahren plädieren, weil das Rentenmodel aufgrund unserer demographischen Entwicklung nicht mehr ohne Abstriche für alle funktionieren wird.
Wenn ich die junge Generation (Y) anschauen, so haben auch sie sehr komplexe Anforderungen und es ist lohnend hinzuschauen, wie sie damit umgehen.
Sich Fragen zu stellen (egal vor welcher neuen Phase) ist immer gut und danke für die Anregungen. Ich würde gerne noch folgende ergänzen:
"Welche Leidenschaft bewegt mich? Was möchte ich noch bewegen - im kleinen Umfeld oder auch darüber hinaus?"
" Wie möchte ich gelebt haben, wenn ich am Ende meines Lebens zurückblicke?"
Vielen Dank für den Gedankenanstoß.
Bethina

Antwort von Sylvia Grotsch

Hallo Bethina,

vielen Dank für deine Ergänzung! Ja, sehr wichtig .... "was will ich noch bewegen" und "wie möchte ich gelebt haben ...".

Ich denke, das derzeitige Spannungsfeld ist auch dem Prozess "Pluto im Steinbock" geschuldet. Alte Sicherheiten brechen weg, das Bewusstsein für Selbstverantwortung soll wachsen - aber all das ist natürlich nicht über Nacht zu erreichen. 2014 ist der Pluto dann durch (mal schauen, was sich bis dahin bewegt hat) und geht in den Wassermann.

Da könnte ich mir wirklich die Geburt neuer, humanitärer Gesellschaftskonzepte vorstellen, wenn auch das natürlich nicht spannungsfrei ablaufen wird. Die ganze Bewegung Pluto durch Steinbock-Wassermann-Fische (also durch den sogenannten Gesellschaftsquadranten) rührt die Gesellschaft bzw. die ganze Welt intensivst auf. Und wir sind erst seit 6 Jahren in diesem Prozess drin (seit 2008), das darf man nicht vergessen. Gleichzeitig beobachte ich faziniert, wie doch auch sehr viele Menschen bereits an neuen Lebenskonzepten arbeiten, wohlwissend, dass das "Alte" - eine Ausbildung, ein Beruf, eine sichere Rente (und Politiker, die nur unser Wohl im Augen haben) -  keine Realität mehr hat.

Liebe Grüße aus Berlin!

Sylvia

Kommentar von A.H. |

Zeit ist das, was ich aus ihr mache.

Mit 28 glaubte ich, dass mein Leben immer so gleichmässig ruhig verlaufen würde wie bisher. Also ohne grosse Anforderungen, denen ich mich auch nie gestellt hätte. Das hatte mir meine Umgebung immer signalisiert: „Das kannst Du doch gar nicht…!“ Keine besonders angenehme Vorstellung, aber unabänderlich. Dachte ich.
Dann war plötzlich alles anders. Alles war in Frage gestellt.
Ich begann ein zweites Studium, das ich mir bis dahin nie zugetraut hätte. Sieben Jahre später hatte ich ein eigenes Büro. In Spanien. Zuvor undenkbar, nun aber wahr. Da war ich gerade 50 geworden.
Ich habe Karate begonnen, gelernt, alleine zu leben, und alleine wundervolle Urlaube zu verbringen. Zwei weitere Fremdsprachen habe ich mir angeeignet, einen grossen, lebendigen Bekanntenkreis geschaffen und einige enge neue Freundschaften geschlossen. Ich probiere neue Dinge aus (Malen, Singen, Schreiben), ich interessiere mich seit einiger Zeit für Philosophie und lerne gerade Kyudo.
Demnächst werde ich 65. Das wird der Startschuss für noch mehr Freiheit, viele interessante Dinge zu tun: einen Garten anlegen, Klavierspielen lernen, im Camper reisen und unter freiem Himmel in der Wüste schlafen. Chinesisch lernen. Argentinischen Tango tanzen.
Und mich wieder ganz auf einen Menschen einlassen.

Ich erschaffe mir meine Welt so wie ich denke. Und ich denke, ich kann das. Alles.

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