ASTROMIND

Sylvia Grotsch Diplom-Psychologin
Praxis & Schule für Astrologie in Berlin Tel.: +49 (30) 873 10 98 - www.astromind.de

Barack Obama. Vision und Wirklichkeit

Fotoquelle: pixabay.com

von Sylvia Grotsch (Kommentare: 2)

Man mag Obama finden wie mal will und seine Politik zu Recht kritisieren, was sich da aber vor unseren Augen abspielt, hat schon etwas von einem Drama an sich. Das weckt natürlich als Astrologin mein Interesse. Denn wenn ein Mensch so glanzvoll startet, um dann mit fast allen guten Ideen, die er ankündigte, zu scheitern, dann muss sich das in seinem Horoskop widerspiegeln.

Barack Obama, 4.8.1961, 19:24 AHST, Honolulu HI

Hier können Sie sich das Horoskop downloaden

Barack Obama (34,4 KiB)

 

Der Visionär

Wir erinnern uns alle an den frenetischen Beifall, mit dem Barack Obama als 44. Präsident der Vereinigten Staaten empfangen wurde. Fast wie ein Heiland, ein Erlöser wurde er gefeiert, als er mit seinem Versprechen „Yes, we can“ den Amerikanern (und auch anderen Teilen der Welt) neue Hoffnung gab. Hoffnung war für damals für die Amerikaner dringend vonnöten, denn die USA waren gebeutelt von zunehmender Arbeitslosigkeit, schrumpfender Wirtschaft und einem riesigen Haushaltsdefizit.

Trotz der Faszination, die dieser Mann auf die Massen ausübte - die Euphorie, die ihm im Wahlkampf und beim Amtseintritt entgegenschlug, war kein gutes Zeichen. Euphorie ist immer ein Hinweis, dass Menschen ihre Träume nach einer besseren Welt auf eine Person projizieren, die es jetzt richten soll. Mit etwas nüchternem Verstand kann man sich daher schon im Vorfeld ausrechnen, dass sich diese Erwartungen sehr wahrscheinlich nicht erfüllt werden und dass die hochfliegende Begeisterung dann schnell in eine tiefe Enttäuschung umschlagen wird.

Das den Amerikanern alleine zum Vorwurf zu machen, wäre allerdings zu kurz gegriffen. Wir haben auf der einen Seite immer die Menschen mit ihren unerfüllten Sehnsüchten, auf der anderen Seite aber auch jemanden, der diese Sehnsüchte aufgreift und ihre Erfüllung möglich erscheinen lässt.

Obama bot diese Möglichkeit, denn er versprach viel. Er versprach, das Gefangenenlager Guantanamo zu schließen, sich für den Klimawandel und seine Folgen stark zu machen und die horrenden Staatsschulden zurückfahren. Er wollte das zerrissene Amerika mit sich versöhnen und für alle Amerikaner eine bezahlbare Krankenversicherung ermöglichen. Doch bereits vor Ende seiner ersten Amtszeit war klar, dass er mit seinen Visionen – bis auf die umstrittene „Obamacare“ – auf der Strecke bleiben würde.

Das ist natürlich nicht Obama alleine anzulasten. Die Republikaner haben in allen wichtigen Fragen jeglichen Kompromiss verweigert, weil sie nur ein Ziel haben: Obama scheitern zu lassen. Das mag man kritisieren – ist es aber doch der Ausdruck der Zeitqualität, unter der Obama antrat:

Unter der Pluto-Uranus-Konstellation (die von 2010 bis 2017 dauert) ist die Sehnsucht nach Veränderung und mehr Freiheit (Uranus im Widder) groß – aber die alten Machtinhaber, die dafür Pfründe aufgeben müssten (Pluto im Steinbock) werden das nicht ohne massiven Widerstand dulden. Im genannten Zeitfenster prallen Welten – die alte und eine noch nicht geborene neue – erbarmungslos aufeinander und noch ist nicht ausgemacht, wie dieser Gegensatz zwischen den Kräften ausgehen wird.

Trotz (oder wegen?) einer bereits enttäuschenden ersten Amtszeit stellte sich Obama im Herbst 2012 der Wiederwahl. Seine Konstellationen in seinem Horoskop waren zur Wahl im November 2012 derart vielversprechend, dass es mir nicht schwer fiel, seinen Sieg zu prognostizieren. Doch war bereits zu sehen, dass sich kurze Zeit später etwas zusammenbrauen würde, was für ihn zum harten Test werden könnte: Obama hat in seinem Geburtshoroskop eine Verbindung zwischen Sonne und Neptun, deren Aktivierung anstand.

Sonne-Neptun-Quadrat in Obamas Horoskop

Selbst-Täuschung

Diese Konstellation ist Obamas Achillesferse: Menschen mit einer Sonne-Neptun-Verbindung haben meist Ideen, die weit über das „Normale“ hinausreichen. Sie haben künstlerische und spirituelle Interessen, aber auch humanitäre und politische Visionen, mit denen sie die Welt gerne zu einem besseren Ort machen würden. Oft werden sie von ihren inneren Bildern und Visionen regelrecht getrieben und fühlen sich berufen, aus ihnen Wirklichkeit werden zu lassen. Viele Menschen haben damit auch Erfolg – genauso viele scheitern aber auch.

Viele scheitern nicht deshalb, weil sie mit dieser Konstellation zwangsläufig unpraktisch wären oder das Falsche wollen würden – das Problem ist mehr ihre Art der SELBST-Wahrnehmung. Sie schätzen falsch ein, was sie wirklich bewirken und leisten können, täuschen damit sich selbst – und auch ihre Umwelt. Sie werden so von ihrer Vision getragen und glauben so sehr an deren Realisierbarkeit, dass sie die Möglichkeiten ihrer tatsächlichen Einflussmöglichkeit oft grandios überschätzen.

Im schlimmsten Fall kann man sich selbst und damit auch andere zum Narren halten. Man wird zum Opfer seiner eigenen Träume und stolpert über die (oft heimlich gehegte) Idee, dass die Welt auf einen gewartet hat. Nichtsdestotrotz haben wir es hier meist mit humanitär eingestellten, sehr mitfühlenden Menschen mit sehr hohen Idealen zu tun. Nur klafft oftmals ein Spalt zwischen ihren Träumen und den Tatsachen.

Zeit aufzuwachen

Kaum als Präsident im Herbst 2012 neu bestätigt, beginnt für Obama eine persönlich schwierige Zeit. Anfang 2013 betritt der Saturn das Tierkreiszeichen Skorpion und nimmt bis Herbst 2013 Kurs auf sein Sonne-Neptun-Quadrat.

Wenn in Sonne-Neptun die Selbsttäuschung liegt, dann holt ein Transit von Saturn auf diese Konstellation den betreffenden Menschen auf den Boden der Tatsachen zurück. Saturn-Transite zwingen uns immer, der Wahrheit über uns oder eine bestimmte Situation ins Auge zu blicken und zeigt, was getan werden muss, um mehr Integrität und Ehrlichkeit zu entwickeln.

Im besten Fall dürfte Obama jetzt klar erkannt haben, was es mit seinen Visionen wirklich auf sich hat, woraus sie wirklich gespeist waren (nicht selten treibt einen mit Sonne-Neptun die irrige Idee, all die Probleme lösen zu können, die bislang ungelöst blieben) und ob und wie sie überhaupt in Zukunft umsetzbar sind.

Ein Saturn-Transit mäßigt damit alles Übermäßige in unserem Leben – übermäßige Ideale, übermäßiger Stolz und den übermäßigen Glaube an die eigene Bedeutung. Danach kann man sich neu positionieren und – hoffentlich bescheidener und realistischer geworden - das anpacken, was machbar ist.

Neue Herausforderung

Anfang Dezember 2014 betritt Saturn dann das 10. Horoskopfeld von Obama - nachdem er davor einen weiteren Dämpfer bei den Kongresswahlen hat einstecken müssen: Der transitierende Saturn machte einen Spannungsaspekt zu seinem Uranus, dem Herrscher seines Aszendenzeichens. Meist keine gute Zeit, Anerkennung zu ernten.

Saturn-Transit durch das 10. Horoskopfeld

Mit dem Saturn-Transit durch das 10. Horoskopfeld beginnt für Obama eine weitere Bewährungsprobe und eine Phase von sehr viel Arbeit und noch mehr Verantwortung. Die Widerstände gegen ihn werden wachsen - verstehen lässt sich das nicht durch den Transit allein, sondern auch durch die neu geschaffenen Verhältnisse im Kongress.

Die Sonne-Neptun-Verbindung in Obamas Horoskop weist darauf hin, dass er im Kern nicht der starke Mann ist, den die Amerikaner in ihm sehen wollten, egal wie lässig er auftritt, egal wie gestählt seine Muskeln sein mögen. Innerlich ist er hochsensibel und von guter Absicht, aber er ist auch unsicher und schwankend. Zubeißen, sich unbeliebt machen, Durchsetzung sind nicht seine Stärke. Sein äußeres Auftreten konnte darüber erst mal hinwegtäuschen, abgesehen davon ist er ein begnadeter Redner (Merkur-Jupiter). Wenn jetzt aber Saturn durch das 10. Haus transitiert, ist er gezwungen, sich klar zu positionieren und durchzuziehen, wofür er steht und wofür er angetreten ist. Die kommende Zeit verlangt Anstrengung, Disziplin und Gewissenhaftigkeit von Obama, Geduld und vorallen Dingen den standfesten Umgang mit Widerständen.

Ich habe bei Menschen, bei denen der Saturn durch das 10. Haus transitierte, schon erlebt, das sie ihre bisherige Position aufgegeben haben, weil sie erkannt haben, dass der Job ihnen nicht entspricht oder sie ihn nicht so ausfüllen können, wie es von ihnen erwartet wird. Was genau Obama tun wird – standhalten oder gehen – ist nicht prognostizierbar.

Prognostizierbar ist, dass besonders 2015 für ihn zu einer Bewährungsprobe wird. Obama, der so sehr auf ein positives Echo seiner Umwelt angewiesen ist (Aszendentenherrscher Uranus im 7. Horoskopfeld) wird sich weiter in der Rolle des „Ungeliebten“ wiederfinden. Der Saturn transitiert ab Herbst und dann das ganze kommende Jahr zusätzlich seinen Mond, was große seelische Belastungen, Ablehnung, aber auch Probleme im familiären Bereich mit sich bringen wird. In 2016 entspannt sich die Situation wieder.

Warten wir ab, ob Obamas Stern wirklich für immer gesunken ist – die jetzigen Konstellationen weisen darauf hin, dass er eine zweite Chance haben kann, bei der ihm aber nichts geschenkt werden wird. Ich wünsche im viel Kraft und gutes Gelingen!

 

Dieser Artikel wurde am 11.11.2014 von Sylvia Grotsch veröffentlicht und befindet sich in den Kategorien:

Sylvia Grotsch. Ich bin Diplom-Psychologin, Astrologin und Coach. Seit 1984 unterstütze ich Menschen mit astrologischen Beratungen und Kursen bei der Entdeckung ihres Potenzials für ein erfülltes und erfolgreiches Leben. Hier finden Sie ausführliche Informationen zu meinen astrologischen Beratungen.

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Kommentare

Kommentar von Mausi |

Hallo Frau Grotsch!
Bin überzeugte Leserin Ihre Blogs.
Sehr interessant auch diese Analyse von Obamas Radix.
Ich war am Tag seiner Wahl genauso begeistert wie so viele.
Aber schon am Tag danach, nach dem Meeting mit den Bankenchefs, war ich entmutigt wie eh und je: könnte man in seinem Radix nicht auch ablesen, dass seine demagogisch-charismatischem Fähigkeiten nicht auch fremdbesetzt, gekauft und ferngelenkt sind (von der Geld und Industrie-Elite)? Inklusive seiner ganz sicher vorhandenen Ideale? Verraten und verkauft, im Sinne: Geld regiert die Welt?
Ich hatte auch schon öfter das Gefühl, er sei blass um die Nase, wenn er Dinge propagieren musste, die im Widerspruch mit seinen Idealen/Versprechen waren ("Yes, apparently we tortured some folks").
Aber wer seine Seele verkauft, hat kein Mitbestimmungsrecht mehr.
Daher das aktuelle lavieren.

Ich habe Verständnis dafür, wenn Sie diesen Kommentar nicht veröffentlichen wollen. Aber über eine Antwort würde ich mich dennoch freuen!
Viele liebe Grüße und vielen lieben Dank für all Ihre Veröffentlichungen!
Mausi

Antwort von Sylvia Grotsch

Hallo Mausi,

warum sollte ich Ihren Beitrag nicht veröffentlichen? Spricht er doch eine ganz wichtige Frage an, die ich Ihnen gerne beantworte: Jeder Mensch ist für seine konkreten Handlungen verantwortlich. Das moralische Niveau eines Menschen - zum Beispiel, ob sich jemand "kaufen" lässt, wie Sie schreiben - lässt sich nicht aus einem Horoskop ersehen.

Ganz banales Beispiel: Wenn jemand Widder ist, hat er viel Energie zur Verfügung. Wie er sie nutzt, ob er zum Beispiel eigenhändig ein Haus baut oder den nächstbesten, der ihn auf der Straße ärgert, zusammenschlägt, das hat mit ihm und nicht mit den Konstellationen als solchen zu tun, sondern damit, wie er sein vorhandenes Kraftpotenzial nutzt.

Die Möglichkeit der Selbsttäuschung, der Täuschung anderer und in undurchsichtige Dinge verwickelt zu werden (um´s mal vorsichtig auszudrücken), ja, die sieht man natürlich auch in dem Sonne-Neptun-Quadrat - wir (als Astrologen) können aber  nicht wissen, wie ein Mensch sich konkret verhalten wird.

Herzlich

Sylvia Grotsch

Kommentar von sabine |

wirkt sich auch ein Neptun-Sonne Trigon so aus? Auch ich habe seit vielen Jahren/Jahrzehnten einen beruflichen Traum, aber Angst vor der Umsetzung und davor, dass er ein Wunschtraum ist. Aber es lässt mich einfach nicht los....

Antwort von Sylvia Grotsch

Hallo Sabine, ein Traum, der einen nicht "loslässt", wie Sie schreiben, hat einem immer was zu sagen. Ob Ihr Traum realisierbar wäre, das würde ich nur sagen wollen, wenn ich das gesamte Horoskop und die Handschrift habe. Hier einfach nur "ja" oder "nein" zu sagen, das würde Ihnen einfach nicht gerecht werden. Immerhin stehen hier "Handlugnsfähigkeit" (Sonne) und Vision "Neptun" in einer harmonischen Verbindung miteinander. Aber wie gesagt: Da muss man das ganze Bild sehen.

Herzlich
Ihre
Sylvia Grotsch

 

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