ASTROMIND

Sylvia Grotsch Diplom-Psychologin
Praxis & Schule für Astrologie in Berlin Tel.: +49 (30) 873 10 98 - www.astromind.de

Hilf dir selbst - dann helfen dir die Planeten!

Fotoquelle: vieleineinerhuelle / pixabay.com

von Sylvia Grotsch (Kommentare: 3)

Anke sitzt vor mir, sichtlich unzufrieden. Sie ist unzufrieden, weil das, was sie sich erhofft hat, nicht „eingetroffen“ ist.

Wir hatten letzten Sommer über ihre Idee gesprochen, sich selbstständig zu machen und dass sich dazu die Zeit zwischen Anfang 2015 und Mitte 2017 besonders eignet. Dass die Selbstständigkeit zur ihr passt und was sie damit anbieten möchte, hatten wir zuvor in einer eigenen Sitzung geklärt. Aus astrologischer Sicht gab es also keinen Einwand dagegen, dass Anke in naher Zukunft ihre Pläne in die Tat umzusetzt.

Dennoch entscheidet sie sich nach unserer Beratung doch noch mal dafür, in ihrem alten Job zu bleiben. Sie lässt den ursprünglich angedachten Kündigungstermin verstreichen, schließlich hat ein gutes und sicheres Gehalt etwas für sich.

Und nun ist Anke einige Monate später wieder bei mir und kocht innerlich. "Weil sich nichts bewegt hat“, wie sie sagt. Sie ist von ihrer Arbeit genauso gelangweilt wie vorher auch, und ihr eigener Plan ist in weite Ferne gerückt.

Was unter "astrologischer Prognose" häufig verstanden wird

In meinen astrologischen Beratungen wird mir ganz häufig eine Frage gestellt: "Muss ich da eigentlich selber was tun, dass sich das entwickelt oder passiert das einfach so?" Einige von uns haben tatsächlich schon regelrechte "Glücksfälle" in ihrem Leben erlebt - aber, und das ist wichtig, die sind nun mal nicht an der Tagesordnung! Vielmehr werden wir immer wieder vor Aufgaben gestellt, die wir anpacken müssen.

Eine astrologische Prognose sagt Ihnen eben nicht, dass sich zu einem Zeitpunkt x das Leben wie durch Zauberhand und von alleine ändert. Dass endlich der Traummann, die Traumfrau auftaucht oder dass Ihnen der ideale Job vor die Füße kullert. Noch sagt eine astrologische Prognose, dass Sie sich selbstständig machen und Ihnen die Kunden die Bude einrennen, noch dass Sie überraschend von einer Krankheit genesen oder im Lotto gewinnen.

Leider, und das ist die große Krux in meinem Beruf, wird genau das oft unter Astrologie verstanden. So bekomme ich häufig auf meiner Facebook-Seite private Mails mit den immer gleichen Fragen: „Ich bin jetzt seit drei Jahren alleine, wann kommt denn mal wieder jemand?“ Oder: „Mein Leben ist ein einziges Desaster, wann hört das endlich auf?“ Oder: „Mein Sohn hat ganz große Probleme in der Schule, schafft er trotzdem sein Abitur?“

Ursache für solche Fragen ist die Art von Astrologie, die durch die Medien geistert. Gebe ich bei Google „Horoskop für die Jungfrau“ ein, ploppen sehr viele Websites auf. Ich wähle eine aus und was lese ich da? „Wochenhoroskop: Wann können Sie mit einer Glücksträhne rechnen? Monatshoroskop: Was wünschen Sie sich diesen Monat und was geht davon in Erfüllung?“

Ich gehe auf das „Monatshoroskop“ und was steht da: „Freuen Sie sich auf zärtliche Romantik und Leidenschaft. Mitte März bringt Venus die Gefühle in Wallung“ (den Rest erspare ich Ihnen, ich unterstelle jetzt mal, dass Sie kein Interesse an meinem möglichen Liebesleben haben). Ich gebe zu, Mitte März ist grad noch nicht, aber ich verspreche Ihnen bereits jetzt, dass diese Prognose nicht eintreffen wird.

Jetzt kann man natürlich die Seitenhersteller für diesen Murks schelten - andererseits werden solche Seiten millionenfach angeklickt. Diese Art Astrologie wird es also immer geben, weil der Verbraucher sie will und dadurch lässt sich hervorragend Geld verdienen. Die „Horoskope“ sind zwar kostenlos, aber ich möchte nicht wissen, was ein Werbeplatz auf einer solchen Seite kostet.

Was eine astrologische Prognose leisten kann

Astrologische Prognosen vom Fachmann werden immer auf das individuelle Horoskop erstellt. Dabei wird untersucht, wie die aktuellen Planetenstände die Positionen des eigenen Horoskopes berühren – in der Fachsprache heißt das „transitieren“.

Aufgrund solcher Prognosen lassen sich aktuelle, aber auch kommende Entwicklungschancen und Aufgaben erkennen. Hier ein paar Beispiele, welche Fragen eine astrologische Beratung beantworten kann:

  • Auf welche besonderen Schwerpunkte sollte ich mich jetzt konzentrieren? Was bringt mich gerade in meiner Entwicklung weiter?
  • Gibt es Lebensbereiche, in denen ich etwas verändern kann?
  • Welches noch brachliegende Potenzial kann ich aktivieren?
  • Gibt es besondere Zeiträume, in denen ich bestimmte Dinge gut auf den Weg bringen kann? Wird etwas gerade besonders unterstützt?
  • Wo sollte ich mich gedulden und nichts forcieren?
  • Welche Ängste und alte Gewohnheiten kann ich durch neue Verhaltensweisen ersetzen?

Das ist jetzt nur mal ein Ausschnitt aus vielen Antwortmöglichkeiten, die die Astrologie bietet – eines fällt dabei aber sicher auf: an keiner Stelle wird gesagt, dass Astrologie konkrete Ereignisse anzeigt. Alles was hier aufgeführt ist, fordert zum Handeln und zur Selbstverantwortung auf: Ich bin es, die sich zu bestimmten Zeiten auf bestimmte Lebensbereiche konzentrieren muss. Ich kann zu bestimmten Zeiten etwas verändern, mein Potenzial aktivieren, Dinge auf den Weg bringen. Aber ich bin es auch, die innerhalb festgelegter Zeiträume etwas nicht forcieren kann und sich gedulden muss, und ich bin es, die neue Verhaltensweisen trainieren darf.

Genau das ist eben der große Unterschied. Astrologie zeigt nicht, dass bestimmte Dinge vom Himmel fallen – sie zeigt für uns anstehende Entwicklungsschritte und für welche Aktivitäten günstige Zeitfenster vorliegen. Am Anfang eines geöffneten Zeitfensters davon auszugehen, dass sich durch "die Sterne" die Dinge einfach von selbst fügen, während man selber im warmen Nest sitzen bleibt, gleicht einem Kind, das glaubt, dass der Weihnachtsmann die Wünsche erfüllt.

Auf Anke übertragen heißt das: Sie hat von Anfang 2015 bis Mitte 2017 ein günstiges Zeitfenster für einen beruflichen Neustart, der mit Selbstständigkeit zu tun hat. Das war eindeutig und  zweifelsfrei in ihrem persönlichen Horoskop zu erkennen. Es war ihre Entscheidung, dass sie (vorerst jedenfalls) im alten Job geblieben ist.

Tun bringt´s!

„Die Sterne zwingen nicht, sie machen geneigt“. Obwohl ich diesen Satz nicht besonders mag (weil er Anlass zu Missverständnissen geben kann), liegt in ihm doch eine wichtige Wahrheit verborgen: Ist das Zeitfenster für eine bestimmte Entwicklung offen, werden wir immer durch das Leben unterstützt, wenn wir entsprechende Schritte machen. Oft zeigt sich das in sogenannten „Zufällen“, sich plötzlich öffnenden Türen oder dass wir die richtigen Menschen anziehen, die uns in unseren Plänen unterstützen.

Rühren wir uns aber in den angezeigten Zeiträumen nicht vom Fleck, bleibt eben alles beim Alten (oder verschlimmert sich unter bestimmten Umständen sogar). Das aber hat dann aber nichts mit "den Sternen" zu tun, sondern ganz alleine mit uns selbst.

Ich kann Ankes Enttäuschung gut verstehen und mir ist auch klar, dass sich ihr Ärger nicht gegen mich (oder die Astrologie) richtet. In den Anfangszeiten meiner Astrologie-Ausbildung war ich auch der Meinung, dass die Planeten mein Leben richten werden. Haben sie aber nicht. Gottseidank vielleicht, weil ich sonst nicht erfahren hätte, welches Potenzial für ein erfülltes Leben ich selber zur Verfügung habe und welche Fähigkeiten in mir stecken. Und genau das war es, worüber Anke so verärgert war – dass sie „zu feige“ war, wie sie sagte, und im alten Job geblieben ist, statt ihre Ideen umzusetzen.

„Es ist falsch zu sagen, dass sich nichts bewegt hat - ich hab´ mich nicht bewegt“, sagt sie am Ende unseres Gesprächs. Ich erinnere sie noch einmal daran, dass das Zeitfenster noch lange sperrangelweit für sie offen steht und dass es keinen Grund gibt, sich Vorwürfe zu machen. Für die großen Lebensveränderungen wird uns immer viel Zeit eingeräumt. Deshalb vereinbaren wir eine Coaching-Sitzung, in der wir miteinander eine Strategie entwerfen werden, wie sie ihr Projekt parallel zu ihrer jetzigen Arbeit in den nächsten anderthalb Jahren ins Rollen bringen kann. Denn genau das ist es, was die astrologische Prognose uns bietet: Sie zeigt uns einen günstigen Zeitrahmen für unsere Pläne.

Auch wenn ich natürlich nicht für andere garantieren kann - ich bin überzeugt, Anke wird durchstarten Lächelnd. Das Gute an den geöffneten "Zeitfenstern" ist nämlich, dass sie eine Art inneren, positiven Druck erzeugen, sein Leben mehr in die gewünschte Richtung zu lenken.

 

Dieser Artikel wurde am 09.03.2015 von Sylvia Grotsch veröffentlicht und befindet sich in den Kategorien:

Sylvia Grotsch. Ich bin Diplom-Psychologin, Astrologin und Coach. Seit 1984 unterstütze ich Menschen mit astrologischen Beratungen und Kursen bei der Entdeckung ihres Potenzials für ein erfülltes und erfolgreiches Leben. Hier finden Sie ausführliche Informationen zu meinen astrologischen Beratungen.

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Kommentare

Kommentar von "Anke" |

Hallo, Frau Grotsch,
hier ist "Anke". Danke, dass Sie meine Geschichte so wunderbar und liebevoll verarbeitet haben. Immer, wenn ich wieder nachlasse, kann ich hier wieder nachlesen, das gibt mir richtig Kraft. Und ja, nach unserem Gespräch bin ich mir sicher, dass ich durchstarten werde. Ihre Unterstützung ist mir sehr wertvoll. Bis nächste Woche, Ihre M. B.

Kommentar von C. B. |

Hallo Frau Grotsch,
verstehe ich das richtig, dass alle diese Horoskope in Zeitschriften nicht stimmen?

Danke für Ihren blog, ich lese hier immer sehr gerne!

chrissy

Antwort von Sylvia Grotsch

Hallo Chrissy,

ja, sie KÖNNEN gar nicht stimmen. Wenn Sie hier in meinem Blog lesen, haben Sie ja vielleicht auch mal bei einem Artikel reingeschaut, in dem ich über das Horoskop von jemandem schreibe (z. B. über Udo Jürgens - geben Sie einfach in der Suche diesen Namen ein, dann finden Sie den Artikel). Da sehen Sie dann, dass das Horoskop aus sehr vielen Faktoren besteht. Wohin gegen diese sogenannten "Prognosen" sich immer nur auf den Geburtstag beziehen, beziehungsweise ob sie vom Sternzeichen her "Widder", "Stier" oder was auch immer sind. Das ist aber kein Horoskop! Ein Horoskop entsteht immer erst durch Ihr Geburtsdatum, die Uhrzeit und den Geburtsort. Und darauf kann man dann schon "Prognose"n machen - aber nicht in dem man irgendwelche Ereignisse voraussagt, sondern indem man anstehende Entwicklungsschritte beschreibt.

Herzliche Grüße!

Sylvia Grotsch

Kommentar von Edda |

Sehr geehrte Frau Grotsch,
auf zwingenden Rat eines bekannten Astrologen habe ich mich vor 20 Jahren Selbstständig gemacht. Ich hatte Spass an der Sache, jedoch leider hatte ich nichts weiter als 20 Jahre einen unglaublichenLeidensdruck in finanzieller Hinsicht. (Einzelhandel Mode).Immer wieder sagte mir dieser Astrologe dass es besser wird. Es wurde nie besser. Ich musste im vergangenen Jahr schliessen. Die folgen können Sie sich denken. Deshalb ich würde nie mehr auf solche Ratschläge hören. Mfg.

Antwort von Sylvia Grotsch

Liebe Edda,

das ist nicht nur sehr  ärgerlich, sondern auch sehr schwerwiegend, was Sie hier schildern. Ich kann nicht beurteilen, was der Astrologe wirklich gesagt (und auch gemeint) hat und was Sie letztendlich daraus gemacht haben.  Ich weiß nur, dass ich niemandem den „dringenden Rat“ geben würde, sich selbstständig zu machen.  Ich gebe überhaupt keinen „Rat“, weil man Menschen damit zu unmündigen Kindern macht und sie aus ihrer Selbstverantwortung entlässt. Nicht der Astrologe/die Astrologin entscheidet was gut ist- sondern der Kunde.

Was wir können, sind Konstellationen aufzuzeigen und Klienten darin unterstützen,  IHRE Lösung zu finden. In dem hier geschilderten Fall ist das genau so gelaufen – nicht ich habe gesagt: „Mach dich selbstständig“, sondern meine Klientin kam bereits in der ersten Sitzung zu dem Ergebnis, dass sie die Zeit der Veränderung und Neuerung dazu nutzen will, sich selbstständig zu machen (was sie Jahre davor schon angedacht hatte). Auch garantiert kein Astrologe für irgendeinen Ausgang. Als ich mal meinen Astrologen, bei dem ich auch in Ausbildung war, fragte: „Sieht man, ob ich in meinem Beruf mit Astrologie arbeiten könnte?“ sagte er „ja“. Und meine Frage: „Geht das gut?“, antwortete er mit:  „Der Mensch ist seines Glückes Schmied“.

Herzlich

Sylvia Grotsch

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